Seminardokumentation: Mutige Methoden für große Gruppen

Know How und Ideen für eine abwechslungsreiche Großveranstaltung

Datum: 15. 05.2019 – 17. 05.2019
TrainerInnen: Lena Doppel-Prix und Peter Hofmann

Um das Wissen und die Erfahrungen aller TeilnehmerInnen einer Veranstaltung zu nutzen, hilft es sich abwechslungsreicher Methoden zu bedienen. Wer es gern dynamisch, weniger frontal und abwechslungsreich mag, kam bei unserem Workshop auf seine Rechnung.

Zweieinhalb Tage rund um das Thema „Große Gruppen“ und „Mutige Methoden“ im Mai. Dieser neu entwickelte Workshop wurde als Fortsetzung und Ergänzung des Seminars (Groß)Veranstaltungen professionell moderieren geplant. Am ersten Tag ging es gleich los mit dem Thema Erfahrungsaustausch: die TeilnehmerInnen stellten sich vor und teilten ihre positivsten und negativsten Erlebnisse auf Konferenzen und großen Veranstaltungen.

Wozu braucht es mutige Methoden?

Danach wurde erstmal gesammelt: Wozu braucht es überhaupt „mutige Methoden“? Welche Art von „Mut“ braucht es, um solche einzusetzen? Was muss man alles bedenken, um eine mutige Veranstaltung zu planen?

Wir waren uns einig: Es braucht mutige Methoden, um Großveranstaltungen partizipativer zu machen. Das klassische Konferenzschema ist noch immer sehr vortragslastig. Auf den meisten Veranstaltungen erwarten die TeilnehmerInnen, dass man in Kinoreihen sitzt und Vorträgen zuhört – vielleicht ab und zu dazwischen in Workshops geht und dort wiederum Vorträgen zuhört! Daher braucht es Mut, Methoden vorzuschlagen, die TeilnehmerInnen in Aktion und Austausch bringen und damit oft aus der Komfortzone rausholt. Wir waren uns aber auch einig, dass es sich lohnt und der Großteil der KonferenzteilnehmerInnen nachher zufrieden ist.

Social Wall sorgt für Gesprächsstoff: auch digitale Tools sind ein Thema

Ungewöhnlich für einen Workshop mit 12 Personen: eine Social Wall begleitet und dokumentiert parallel zur Live-Action drei Tage lang das Geschehen. Der Einsatz in großen Veranstaltungen darf nicht ablenken, soll aber für Gesprächsstoff sorgen. Das klappt sogar im kleinen Rahmen.

Am Nachmittag des ersten Tages gibt es eine Praxisaufgabe: Anhand einer parallel stattfindenden Veranstaltung zum Thema „100 Jahre Betriebsrätegesetz“ werden Veranstaltungspläne analysiert und eigene Ideen zur Verbesserung und v.a. zu mehr Interaktion entwickelt.

Große Gruppe auch im großen Raum

Am Vormittag des zweiten Tages haben wir uns mit strukturierten erprobten Formaten für die Arbeit mit großen Gruppen auseinandergesetzt:

  • Open Space Technology
  • Barcamp / Un-Conference
  • Future Search
  • Appreciative Inquiry
  • Real Time Strategic Change

Alle diese Formate haben gemeinsam, dass vorher nicht klar ist was am Ende rauskommt. Da geht es um Kontrolle abgeben für die OrganisatorInnen bzw. InitiatorInnen! Und gleichzeitig bieten diese Formate die große Chance kollektive Intelligenz zielgerichtet zu nutzen!

Am zweiten Tag gibt es ein besonderes Zuckerl: wir dürfen in den großen Veranstaltungssaal des AK Bildungshauses und können dort ausprobieren, wie verschiedene Sessel- und Tischanordnungen einen Raum verändern. Wie wirken Tischgruppen oder Sesselkreise in einem großen Raum? Wie viel Platz „verliert“ man bei solchen partizipativen Anordnungen? Klar ist: Partizipation benötigt auch ein dementsprechendes Raumsetting!

Die freundlichen TechnikerInnen sind auch vor Ort und plötzlich sind wir auch auf der Leinwand ganz groß im Bild. Nach den Sesselspielen probieren wir vor Ort die Gruppenmethoden „World Café“ und „Fishbowl“ aus.

Digitale Methoden für große Gruppen

Der dritte und letzte halbe Tag steht im Zeichen von digitalen Methoden und kollegialer Beratung. Zuerst schauen wir uns digitale Tools an, die es auch in sehr großen Gruppen ermöglichen möglichst viele TeilnehmerInnen einzubinden um zum Beispiel Feedback zu strukturieren. Aus der großen Gruppe der Audience Response Tools (auf deutsch: Werkzeuge, die es dem Publikum erlauben auf das Veranstaltungsgeschehen zu antworten) hatten wir Mentimeter am ersten Tag bereits ausprobiert. Ein zweites Tool, sli.do, erlaubt es den TeilnehmerInnen nicht nur individuell Fragen zu stellen, sie können gleichzeitig über von anderen gestellte Fragen auch abstimmen. Damit ist möglich in einer sehr großen Gruppe jene Fragen vorrangig dranzunehmen, die die meisten Anwesenden interessieren.

Die meisten Tools, die man auf großen Veranstaltungen verwenden kann haben eine Ansicht für AdministratorInnen – dort wo man zum Beispiel Fragen und Antwortmöglichkeiten bei einer Abstimmung einstellt – und eine andere für TeilnehmerInnen. Wir schauen uns zum Abschluss auch das Admin Interface der ebenfalls am Seminar eingesetzten Social Wall walls.io an und experimentieren auch mit kollaborativem Schreiben (edupad.ch) und einem kollaborativen Whiteboard (padlet.com).

Die letzte Einheit widmet sich dann dem Thema kollegiale Beratung. Zwei Teams holen sich dabei Tipps und Tricks von TeilnehmerInnen und TrainerInnen für bereits angedachte Veranstaltungen. Die Themen sind eine Gedenkveranstaltung für SchülerInnen und ein Konzept für die Dissiminierung von Ergebnissen eines spannenden – und thematisch passenden – EU Projekts: Das YouTRAIN Videoprojekt zeigt in amüsanten und lehrreichen Videos, wie man mit Gruppenarbeit Gruppen jeder Größe bereichern kann.

Eine vollständige Dokumentation inklusive aller Seminarunterlagen findest du im pdf „Protokoll Mutige Methoden für große Gruppen“ (16 MB).

Nach zweieinhalb Tagen zum Thema große Gruppe gehen TeilnehmerInnen und TrainerInnen mit vielen neuen Eindrücken und Anregungen nach Hause. Wir sind schon alle gespannt auf die vielen mutigen Veranstaltungen, die entstehen werden.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.