Begeisterung im Lockdown

Positive Emotionen zur Steigerung des Lernerfolgs unter erschwerten Bedingungen

Begeistern statt „nur“ informieren war das Thema des ersten Tages der Trilogie 2021 mit Michael Ziereis und Ulli Lipp. Das fiel zusammen mit dem Beginn des November21-Lockdowns. Online statt wie geplant in Präsenz. Überschäumende Begeisterung war da nicht zu erwarten, aber eine intensive Auseinandersetzung mit der Auswirkung von Emotionen im Lernprozess. Hier einige Ergebnisse und Anregungen aus dem Tag.

Der Bogen spannte sich von der Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten über die Bedeutung von Emotionen und besonders von starken positiven Emotionen wie Begeisterung im Lernprozess. Wir sammelten „Begeisterungstreiber“ und überlegten, wie sie in eigene Veranstaltungen „eingebaut“ werden können. Der kritische Blick auf „die andere Seite“ von Begeisterung durfte an diesem Tag auch nicht fehlen.

Was bedeutet „begeistern“? Was ist Begeisterung?

Diese Wortwolke entstand durch die Teilnehmer*innen. Je öfter die Begriffe aus einer Sammlung von Synonymen eingetippt werden, desto größer werden sie.

Wir gingen bei der Vorbereitung des Tages von folgender Definition von Begeisterung aus: Begeisterung ist der Zustand einer freudigen Erregung verbunden mit Energie und Tatendrang. Ein Funke ist übergesprungen. Ich brenne.
Wir haben die Teilnehmer*innen gefragt, was passiert, wenn sie begeistert werden. Sie tun das auch, zum Beispiel durch die Methode „Museum nach Barbara Messer„.

Das passiert mit mir, wenn ich begeistert werde?

Was sagt die Wissenschaft?

Pädagogische Psychologie und Hirnforschung sind sich (ausnahmsweise) einig: Lernen geht dann am besten, wenn Emotionen im Spiel sind. Oft finden wir auch Feststellungen, dass Lernen ohne Beteiligung der Emotionen überhaupt nicht funktioniert. Eine starke Emotion wie Begeisterung, am besten intrinsisch, von innen heraus, wirkt sehr stark. Es ist aber auch möglich, von außen Lernende zu begeistern. Dazu sind wir Praxiserfahrene gefragt.

Der Artikel zum Nachlesen

Begeistern – aber wie?

Zuerst sammelten wir gemeinsam mit einer „Kopfstandfrage“ das Gegenteil: Wie verhindern wir Begeisterung?

So geht es!

Nach der Sammlung ausgefüllt bis auf den letzten Quadratzentimeter. Hier als PDF.

Wir hatten schon im Vorfeld „Begeisterungstreiber“ gesammelt, also Faktoren, die das Aufkommen von Begeisterung und die Emotionalisierung von Lernprozessen unterstützen. Im Seminar kamen noch viele andere „Begeisterungstreiber“ dazu. In der Mittagspause (in Einzelarbeit) und danach in Gruppen skizzierten die Teilnehmer*innen, wie sich dieses „Werkzeug“ in den eigenen Veranstaltungen einsetzen lässt.

Hier weitere Beispiele.

Die „andere Seite“ von Begeisterung

Die Fähigkeit, Zuhörer*innen zu begeistern, ist nicht automatisch etwas Positives. Eine Wertung hängt davon ab, wozu wir begeistern. Das machen zwei Slides mit Fotos aus historischen Filmen deutlich. Links werden die Menschen durch Status Quo begeistert, rechts von Joseph Goebbels für den totalen Krieg.

Begeistern kann auch heißen, das Gehirn vernebeln. Gerade in der Erwachsenenbildung gibt es dafür Beispiele. Das Laufen über glühende Kohlen und andere Chakka-Methoden vertragen sich schlecht mit unseren Ansprüchen und Bildungszielen. Unseren Teilnehmer*innen dürfen wir nie den distanzierten und kritischen Blick auf Lerninhalte und Lernprozesse verstellen oder „vernebeln“. Ein Teilnehmer packte das in die Frage: „Wie begeistern wir für kritisches und ‚aktives‘ Denken?“

Was Teilnehmer*innen am Ende durch den Kopf ging

Autoren: Michael Ziereis und Ulli Lipp

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