Toolbox A

Am 26. und 27.01.2026 fand ein neuer Durchgang der REFAK Toolbox statt. Im Teil A beschäftigten sich die Teilnehmer:innen mit den Themen: Seminardesign, -planung und – Vorbereitung. Trainer:innen von dem Seminar waren Florian Reiter & Margret Steixner.

Die folgende Seminardokumentation gibt einen Überblick der bearbeiteten Lerninhalte und beinhaltet hilfreiche Links (insbesondere zur Blogserie #dimi) und weiterführende Literatur.

Ziele der Toolbox A 

Die Teilnehmer:innen

• kennen die wichtigsten Aspekte einer Planungsstruktur und können diese in ein Trainingsdesign übersetzen
• können Lernprozesse passend für ihre Zielgruppe strukturieren (Erwartungen klären, Ziele definieren, Themen finden und bearbeiten, …)
• können beurteilen, welche Methoden für ihr Seminar und die Zielgruppe geeignet sind und diese dementsprechend auswählen und in ein Trainingsdesign integrieren

Ankommen und Arbeitsweise

Zu Beginn gibt es Möglichkeiten zum gegenseitigen Kennenlernen und zur ersten Orientierung am Gesamtkonzept der Toolbox A & B.

Die REFAK ist eine Aus- und Weiterbildung für Trainer:innen, die in der gewerkschaftlichen Erwachsenenbildung tätig sind. Wir gehen daher sehr gezielt auf die Zielgruppe der gewerkschaftlichen Erwachsenenbildung ein und versuchen im Seminar einen möglichst hohen Praxisbezug herzustellen. In der Toolbox A arbeiten die Teilnehmer:innen an einem konkreten Trainingsdesign für ihren eigenen Einsatzbereich. Teile daraus werden dann in der Toolbox B ausprobiert. Mehr zum Thema Trainingsdesign findest du hier

Einstiegsübung

Zu Beginn führen wir eine Erwartungsabfrage durch, um die gegenseitigen Vorstellungen abzugleichen und die Teilnehmer:innen zur Reflexion ihrer eigenen Lernfelder als Trainer:in einzuladen. Die Lernfelder bieten interessante Anhaltspunkte für Entwicklungsbereiche, die wir im Rahmen der Toolboxen A und B gemeinsam thematisieren möchten.

Die Toolbox A ist entlang der Planungsphasen in der Vorbereitung eines Seminars aufgebaut.

1. Rahmenbedingungen klären

Der erste wichtige Schritt ist die Klärung des Settings, in dem das Seminar stattfinden soll. Zu klären gilt es hier: In welchem Kontext findet das Seminar statt? Wer ist meine Zielgruppe? Was genau sind das Thema und Ziel der Veranstaltung? Welche Ressourcen stehen mir als Trainer*in zur Verfügung? Eine detaillierte Checkliste zur gesamten Seminarplanung findest du hier. Der erste Abschnitt dreht sich um Fragen, die bei der Auftragsklärung gestellt werden sollen.

2. Lernziele entwickeln

Der nächste Schritt nach der Klärung der Rahmenbedingungen dreht sich um die Lernziele. Dabei ist es uns wichtig, die Beschreibung der Lernziele vor die Lerninhalte zu stellen, da diese den Ausgangspunkt für die gesamte Planung bilden – wir bezeichnen das auch als Output anstatt Input-Orientierung. Zuerst müssen wir uns klar darüber werden, welchen Output wir mit dem Seminar erreichen wollen, erst dann können wir entscheiden, welche Lerninhalte und Methoden dazu beitragen können. Mehr zum Thema Lernziele findest du im #dimi_06.

In der Folge überlegen sich alle Teilnehmer:innen die genauen Ziele ihrer Bildungsveranstaltung. Dabei nutzen wir die Taxonomie-Stufen nach Bloom als Orientierung.

3. Grobdesign erstellen

Die Grundlage für das Grobdesign bilden das didaktische Sechseck. Dieses umfasst die grundlegenden Aspekte, die bei der Planung beachtet werden sollen. Die einzelnen Ecken des Sechsecks stehen nicht für sich allein, sondern sind miteinander verbunden und immer gemeinsam zu denken. So können die Inhalte nicht ohne Lernziele entschieden werden, die Methoden nicht gewählt werden ohne die räumlichen Gegebenheiten oder den zeitlichen Rahmen zu kennen. Wir erarbeiten gemeinsam Fragen zu jedem Bereich.

Als nächstes machen wir uns and die Sammlung der Inhalte. Dabei ist das Prinzip der didaktischen Reduktion ein wichtiges Hilfsmittel, um die Lerninhalte angepasst an die Zielgruppe auszuwählen. Wir beschäftigen uns dazu mit den wichtigsten Aspekten der didaktischen Reduktion nach Martin Lehner: Mehr dazu im #dimi_07.

Sind Lerninhalte und Ziele fixiert, kann mit der eigentlichen Grobplanung gestartet werden. Dabei dient uns der „methodische Grundrhythmus“ als Orientierung. Wir beginnen mit der Zielgruppe (ZG) und sehen das Seminar als Weg zum Ziel – das was am Ende des Seminars rauskommen soll. Sowohl bei der Planung des Gesamtseminars, als auch die einzelnen Teile schafft der methodische Grundrhythmus eine Struktur, die jeweils die Teile Einstieg, Bearbeitung, Ergebnissicherung/Transfer beinhalten. Diese drei Elemente bilden das Grundgerüst jeder Planung.

Wichtige Überlegungen bei der Grobplanung:

  • Welches Ziel verfolge ich bei den inhaltlichen Teilschritten?
  • Wie stehen die einzelnen inhaltlichen Blöcke zueinander?
  • Bauen sie aufeinander auf? Welche Reihenfolge macht am meisten Sinn?
  • Gibt es Einzelteile, die flexibel in den Seminarablauf eingebaut werden können?
  • Gibt es Phasen, in denen parallel an unterschiedlichen Themen gearbeitet werden soll und dann wieder zusammengeführt werden (Stichwort: Binnendifferenzierung)?

4. Feinplanung

Erst jetzt geht es an die Feinplanung der einzelnen inhaltlichen Sequenzen. Nachdem aufbauend auf den Lernzielen die Inhalte ausgewählt wurden, kommen nun die konkreten Methoden ins Spiel. Gemeinsam sammeln wir bekannte Methoden als „Herbstlaub“. In einem Methodenbazar erarbeiten die TeilnehmerInnen auf Basis der Munterrichtsmethoden Ideen für unterschiedliche Seminarphasen:

  1. Themeneinstieg
  2. Thema bearbeiten
  3. Transfer in die Praxis

Zur Verfügung stand neben Büchern und Tipps für die Auswahl von Methoden auch der #mm: MethodenMittwoch hier am REFAK-Blog.

Danach ging es an die Feinplanung einer selbst gewählten inhaltlichen Sequenz mit genauer Zeitangabe, Verantwortlichkeiten, Thema und Methode. Ab hier ist es empfehlenswert, mit einer Vorlage zu arbeiten, z.B. der im Rahmen der Toolbox verwendeten oder aber einer Seminarplanungsvorlage, die sonst in REFAK-Seminaren auch verwendet wird.

Wie die Tabelle genau gestaltet wird, ist jedem und jeder selbst überlassen. Die Tabelle kann je nach eigenen Vorlieben gestaltet werden und mehr oder weniger komplex sein. Die hier vorgeschlagenen Bereiche bilden die Grundlage einer guten und umfassenden Vorbereitung.

5. Reflexionsmomente

Im Laufe der Toolbox A gab es Reflexion- und Diskussionsmöglichkeiten zu auftauchenden Fragen, wie z.B.:

  • Wie plane ich den zeitlichen Ablauf realistisch?
  • Wie kann ich inhaltsschwere Teile auflockern und interaktiv gestalten?
  • Wie schaffe ich trotz Trainingsdesign flexibel zu bleiben?

Toolbox A und B gehören zusammen:

Was passiert zwischen Toolbox A und Toolbox B? Alle Teilnehmer:innen arbeiten an ihrem eigenen Trainingsprojekt weiter. Dieses wird im Rahmen eines Online-Coachings in kleinen Gruppen besprochen und weiterentwickelt. 

Wir freuen uns auf das Wiedersehen.

Materialien

Hier nochmals alle Materialien auf einen Blick:

Trainer*innen: Florian Reiter & Margret Steixner

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen unter gleichen Bedingungen 3.0 Österreich Lizenz.
Volltext der Lizenz

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