#visdo_31 – ausgezeichnete Webinare

Plötzlich ist alles digital… auch das Lernen

Digitale Medien begleiten uns nun schon eine ganze Weile. Doch so präsent wie heute waren online Tools wohl noch nie. Nun sind es nicht mehr nur die Expert*innen, Geeks und Futurist*innen, die digitale Formate planen und durchführen, sondern auch jene, die bisher den Computer hauptsächlich zum E-Mail schreiben genutzt haben. Und so stellt sich vielen, die bisher in Workshops und Seminaren vorgetragen und mit einer Gruppe Inhalte erarbeitet haben, die Frage „wie kann ich meine Inhalte digital vermitteln“?

In diesem #visdo Blogbeitrag geht es nicht so sehr um Software (dazu bräuchte es für jedes einzelne Tool wesentlich mehr als einen Blogbeitrag), sondern darum, wie man das gesprochene Wort durch visuelle Hilfsmittel unterstützen kann. Ob ihr dazu Kommunikations-Plattformen wie Zoom, MS Teams, BigBlueButton oder Skype for Business nutzt, diese um digitale Whiteboards wie miro oder mural ergänzt oder auf das altbewährte PowerPoint zurückgreift – das bleibt euch überlassen. Da viele Unternehmen Vorgaben haben, mit welcher Software sie arbeiten müssen, und somit nicht jede*r frei wählen kann, war es mir wichtig, Ideen für euch zu sammeln, die in jedem dieser Formate funktionieren.

Struktur schaffen und Übersicht geben

So wie im Präsenzseminar, unterstützt es die Teilnehmer*innen beim Merken und Verstehen, wenn wichtige Inhalte nicht nur gesagt, sondern auch gezeigt werden. Folgende Elemente eines Webinars eignen sich besonders gut dafür:

  1. Agenda
  2. Ziele des Webinars
  3. Übungsanleitungen
  4. Teameinteilungen 
  5. Aufgabenverteilung
  6. Zusammenfassung

Emotionen durch Bilder und Videos

Da bloßes Zuhören schnell langweilig wird, kann man mit Bildern und Videos die Aufmerksamkeit der Teilnehmer*innen erhöhen, für Abwechslung sorgen und mit Humor trockene Themen auflockern. Schaut, ob ihr auf YouTube Videos findet, die zum Thema passen, sucht nach Cartoons, die eure Botschaft unterstreichen oder wenn ihr zum Thema selbst so gar nicht fündig werden könnt, nützt die Pausenankündigung als Hingucker:  

Interaktion mit den Teilnehmer*innen

Wie im live Workshop, sollte es auch im Webinar für die Teilnehmer*innen Möglichkeiten geben selbst aktiv zu werden. Hier ein paar Ideen dazu:

Themeneinstieg durch Bilderraten

Der Trainer oder die Trainerin beginnt ein Bild zu zeichnen und die Teilnehmer*innen versuchen zu erraten, was gezeichnet wird. Das Bild hat natürlich mit dem Thema zu tun, das als nächstes behandelt werden soll – z.B. ein Teleskop, wenn es um die Strategie für das kommende Jahre gehen wird oder ein Mikrofon, wenn als nächstes die Umfrageergebnisse einer Studie präsentiert werden.

Befragung durch Handzeichen

Teilnehmer*innen können immer wieder nach eigenen Erfahrungen gefragt werden. Die Antworten können sie entweder in ein Umfragetool eintragen (Zoom und miro bieten beispielsweise dazu eigene Tools an) oder per Handzeichen geben (dabei ist der eigene Video-Screen die Skala – der obere Rand steht für 100% und der untere für 0% – mit der Hand zeigt man an, wie viel Prozent für einen zutreffend sind).

Eine Frage dazu könnte so aussehen: „Als nächstes wollen wir uns damit beschäftigen, wie wir Tool XY optimieren können. Wie viel eurer Arbeitszeit verbringt ihr mit Tool XY?“ Der Trainer oder die Trainerin kann, wenn gewünscht, die Ergebnisse dann in einer Übersicht festhalten.

Teilnehmer*innen zeichnen lassen

Um die Teilnehmer*innen zu aktivieren, kann man bei der Themenzusammenfassung alle zu Stift und Papier greifen lassen, um Icons für das jeweilige Thema zu zeichnen. Die Anleitung dazu könnte wie folgt lauten: „Bitte sucht euch Stift und Papier (kurz warten bis alle etwas zum Zeichnen haben). Als Erstes zeichnen wir ein Puzzle Stück (kurz warten, damit die Teilnehmer*innen zeichnen können). Dieses steht für Zusammenarbeit, die wichtig ist, weil… Als nächstes zeichnen wir ein Ohr (wieder kurz warten bis alle gezeichnet haben). Dieses steht für Zuhören. Zuhören ist wichtig, da…“

So kann man die wichtigsten Inhalte am Ende einer Einheit, oder ganz zum Schluss des Webinars, zusammenfassen und die Teilnehmer*innen aktiv werden lassen.

Vorlagen

Ob im Rahmen einer PowerPoint Präsentation, die immer wieder eingespielt wird oder am digitalen Whiteboard – vorbereitete Slides wirken professionell und ermöglichen ein produktives Arbeiten im Webinar. Für oft vorkommende Themen habe ich euch ein paar Vorlagen vorbereitet:

Agenda (Übersicht der Inhalte des Webinars):

Ziele (Vorstellung der Ziele für das Webinar):

Skala (Teilnehmer*innen oder Trainer*in platzieren Punkt für jede*n Teilnehmer*in):

– „Wie viel wisst ihr bereits über das Thema?“
– „Wie geht es euch heute / wie ist die Wetterlage?“
– „Wie viel Praxiserfahrung habt ihr mit dem Thema?“

Ideensammlung:

– „Was habt ihr zu dem Thema gehört?“
– „Was denkt ihr zu dem Thema?“
– „Was seht ihr für Optionen?“
– „Welche Emotionen habt ihr bei dem Thema?“

Pro / Contra:

– „Welche Vor-/Nachteile fallen euch zu dem Thema ein?“

Nutzt die Vorlagen als Ausgangspunkt und entwickelt sie weiter, um eure Inhalte bestmöglich zu unterstützen. Experimentiert, seid mutig und rückt eure Message ins richtige Bild. Ich wünsche euch dabei viel Spaß und melde mich schon bald wieder mit weiteren visuellen Ideen für digitale Meetings und Besprechungen. 

Bis dahin, lasst mich gerne in den Kommentaren wissen: Welche visuellen Methoden nutzt ihr bei euren Webinaren? Habt ihr noch weitere Best Practice Beispiele oder Ideen, die ihr selbst mal ausprobieren wollt?


Autorin: Lana Lauren

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