Lernen 4.0

Digitale Tools für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit

Die letzten zwei Jahre verliefen für uns alle mehr digital als vor Ort. Schön langsam kommen die Präsenzkurse zurück und die Onlineseminare bleiben zusätzlich. Wie können uns digitale Tools helfen, online wie vor Ort Inhalte spannend zu vermitteln?

An sich hatten wir TrainerInnen, Michael und Rosa, unser Seminar darauf ausgelegt, Tools für Präsenzseminare vorzustellen und unsere Kursteilnehmenden Praxis im Einsatz damit sammeln zu lassen. Doch es kam noch besser. In unserem Vorab-Webinar fragten wir die Erwartungen der Angemeldeten ab und bekamen als Auftrag, auch Tools für Onlineformate vorzustellen. Na klar! Die letzten zwei Jahre haben uns in die digitale Lernwelt verfrachtet und freilich ergeben sich aus diesen Erlebnissen Fragen für den Praxiseinsatz. Wir strukturierten unsere zweieinhalb Tage also inhaltlich nochmal um und starteten in einen spannenden ersten Tag.

Input und Wiederholung

Nach einer Vorstellungsrunde gingen wir den Grundlagen der Verwendung von digitalen Tools, dem Datenschutzgesetz nach. Ins Thema starteten wir mit einem Mentimeter-Quiz, das neugierig auf’s Thema machen sollte und nach einem Input ging’s mit Quizziz an’s Abklopfen der vermittelten Inhalte. Mit Quizziz können interaktive Fragespiele erstellt werden und es ist möglich, den Lernfortschritt von Gruppen und Teilnehmenden genauer zu analysieren und somit nochmals thematisch zu vertiefen, wenn dies notwendig ist.

Danach ging es in eine interaktive Rallye, wo verschiedene Tools mit einer Schnitzeljagd verbunden wurden und wir unsere Lernenden auch durchs Gebäude auf die Suche nach QR-Codes schickten. Hier kamen ganz unterschiedliche Befragungen zum Einsatz: vom Chat, in dem Fragen gestellt werden (learning snacks) bis zum Kreuzworträtsel (learning apps). Wir hatten eine Menge Spaß und holten uns am Schluss des Tages noch im Feedback Aufträge für die nächsten eineinhalb Tage ab 😉

Probieren geht über Studieren

Der zweite Tag war dem Probieren gewidmet. Schon frühmorgens übte sich unsere Gruppe im Quiz erstellen. Wir hatten einige kleine Aufträge auf einem Padlet vorbereitet, aus denen sich jedeR eine Aufgabe aussuchen und diese dann mit einem bestimmten Tool umsetzen konnte. Etwa das Wiederholen der Inhalte des vorigen Tages kombinierten wir mit einem ganz einfachen Glücksrad, auf welchem die Namen unserer Gruppenmitglieder standen und so kamen alle einmal dran beim Rückblick auf den letzten Tag. So wurde das Erstellen mit dem Präsentieren und den Inhalten des Workshops in dieser Übung gut verbunden.

Ein weiterer Block dieses Tages stellten Open Educational Resources, also frei verfügbare (Bildungs-)Inhalte im Internet dar. Hier erörterten wir, worauf man achten muss, wenn man Inhalte aus dem Internet nutzt am Beispiel der Creative Commons Lizenzen – von freier Verwendung mit Namensnennung bis nicht kommerzielle Nutzung gibt es unterschiedliche Nutzungsvorschriften, die hier aufrufbar sind. Auch Lerninhalte wie offene Bildungskurse (z.B. auf iMooX) und der REFAK-Blog tragen zur freien Bildungslandschaft bei und hatten ihren Platz in dieser Einheit.

Das Suchen und Verwenden von frei verfügbaren Bildern wurde gleich auf mehreren Plattformen probiert, sei es über den Suchfilter von Google, der auf CC-Lizenzen einschränkt oder ganze Plattformen, die freie Bilder zur Verfügung stellen (Openvers, Pexels).

In einer Präsentationswerkstatt gingen wir durch, wie das Vermitteln von Inhalten einmal etwas anders geht, etwa durch Visual Teaching in Verbindung mit einer Tischkamera, mit der das Live-Zeichnen für alle sichtbar wird und kreative Bewegung in die Köpfe bringt. Auch Powerpoint kann mit verschiedenen kleinen Kniffen wie einer Fehlersuche oder der 1, 2 oder 3 Methode mal anders genutzt werden:

Die kreativen Präsentationsinhalte konnten gleich wieder in einer Werkstatt zum Thema „Ich präsentiere meinen Heimatort in 90 Sekunden“ ausprobiert werden. Auch wir Trainerinnen durften an diesem Tag die Methode des Speed-Learning kennenlernen, mit der wir uns gleich in einem ExpertInneninterview genauer auseinandersetzten.

Deckel drauf und fertig ist die Lernkonserve 😉

Am dritten Tag stand die Online-Zusammenarbeit auf der Agenda. Wir haben dafür das ganze Spektrum von schnellen Textbeiträgen über das Edupad, bis zu digitalen Workshops auf Whiteboards wie Miro getestet. Wichtig war dabei die Technik immer direkt mit konkreten Lernideen zu verknüpfen:  

Natürlich wollten wir auch eine Zusammenfassung für die Praxis, mit der unsere Teilnehmenden sich gut ausgerüstet in ihre Lernalltage zurückbegeben konnten. Warum also nicht gleich eine Zusammenfassung als Übung mit einbauen? Mit Google Jamboard konnten sich nun Gruppen zu Veranstaltungsformaten und Aufgaben bilden, die mit Online-Tools und Methoden zu bewältigen waren (eine Szenario war z.B. „Du leitest ein Seminar mit 12 Teilnehmenden über die Aufgabe der Gewerkschaften und möchtest Interesse für das Thema wecken. Die Teilnehmenden haben Handies mit, aber keine Laptops.“). Hier sammelten unsere Teilenehmenden fleißig Methoden für verschiedene Lernsettings, die ihnen für ihre weitere Arbeit – so hoffen wir 😉 – gute Dienste leisten werden.

Ein weiterer Input des letzten Tages war die Verwendung der Teams Online-Veranstaltungen Meeting, Webinar und Live-Event für welche Lernformate. Orga-Tools wie die Refak-Seminartabelle, Nuudel zur Terminplanung oder ein Passwort-Manager rundeten unseren Kurs ab. Wir hoffen, wieder mal einen kreativen Beitrag zur Seminargestaltung unserer REFAK-Teilnehmenden geleistet zu haben!

AutorInnen und SeminarleiterInnen: Michael Ziereis und Rosa Nentwich-Bouchal

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