#visdo: Diagramme erstellen, aber richtig

Dos und Don’ts bei Diagrammen

Zahlen, Daten, Fakten lassen sich mit Diagrammen oft besser vermitteln als mit Tabellen, die vor Zahlen überquellen oder beschreibendem Text. Warum? Weil sie Zahlen und Zusammenhänge sichtbar machen.

Doch worauf soll man bei der Erstellung von Diagrammen achten? Was macht ein „gutes“ Diagramm aus? Und wann sollte ich zu einem Linien-, Balken-, Säulen- oder Ringdiagramm greifen?

In diesem #visdo schauen wir uns die wichtigsten Kriterien an, die dafür sorgen, dass Diagramme richtig interpretiert und inhaltlich verstanden werden können. Und das möglichst schnell und unkompliziert. Dabei gelten die folgenden Tipps und Tricks sowohl für digital erstelle Diagramme als auch für händisch gezeichnete.

Auf die Form kommt es an

Gutes Design bedeutet nicht Blümchen und Deko-Schleifen hinzuzufügen, sondern etwas zu gestalten, das seinen Zweck möglichst gut erfüllt. Etwas, das verstanden wird. Und dabei ist Reduktion oft das entscheidende Schlagwort.

Farbe

Farben sollten nur genutzt werden, wenn sie verschiedene Kategorien voneinander unterscheiden und damit beim Verständnis helfen. Oft ist es besser, mit verschiedenen Flächen und Schraffuren zu arbeiten (voll, leer, gestreift, gepunktet) und erst, wenn das nicht mehr funktioniert, noch Farbe hinzuzunehmen.

Beschriftung

Es sollte möglichst einfach sein, zu verstehen, worum es in dem Diagramm geht. Dabei helfen sinnvolle Beschriftungen. Jedes Diagramm sollte folgende Beschriftungen beinhalten:

  • Titel (Überschrift)
  • Beschreibungstext (ein Satz, der zusammenfasst, worum es in dem Diagramm geht)
  • Achsen-Beschriftungen 
  • Legende für die enthaltenen Kategorien
  • Werte der einzelnen Elemente

Hervorhebung

Sinnvoll ist es, hervorzuheben, worum es in dem Diagramm geht. Das hilft dabei, gleich zu erkennen, was wichtig ist. Geht es zum Beispiel darum, dass im ersten Betrachtungszeitraum ein Wert drastisch gesunken ist, oder darum, dass in Periode 4 die Zahlen unter dem festgelegten Minimalwert lagen? Hier macht es Sinn, das, worauf es ankommt, deutlich (und mitunter auch farblich) herauszuarbeiten.

Vereinfachung

Für Diagramme gilt: Je einfacher, desto besser. Daher bitte Finger weg von 3D und unnötigem Schnick Schnack. Der lenkt bloß vom Inhalt ab und erschwert es zudem, die Werte richtig abzulesen.

Proportionen

Die Zahlen sollten nicht verfälscht werden, da sonst ein falscher Eindruck entsteht. Besonders bei Achsen gilt: nicht beschneiden (sprich eine Achse sollte bei Null beginnen und nicht bei einem willkürlichen Wert). Wenn eine Veränderung so klein ist, dass man sie nicht gut sieht, dann sollte das auch im Digramm genau so erkenntlich sein.

Der richtige Diagramm-Typ

Für verschiedene Daten-Arten eignen sich andere Diagramm-Typen. Manches ist intuitiv vielleicht eh ersichtlich, bei anderen Details lohnt es sich, nochmal zu überprüfen ob man eh am richtigen Weg ist. Hier eine Übersicht:

1. Ring- und Kreis-Diagramme

…sollten nur für prozentuelle Angaben verwendet werden, da der gesamte Kreis immer für 100% steht. Wenn es um absolute Zahlen geht, die zusammen nicht 100% ergeben, dann ist das nicht der richtige Diagramm-Typ.

2. Balken-Diagramme

…sind vor allem dann gut, wenn die Werte mit längerem Text beschriftet werden sollen, zum Beispiel Ergebnisse von Umfragen oder Auswertungen von Feedback-Bögen.

3. Säulen-Diagramme

…sind der Klassiker für Zahlen, die nach Kategorie sortiert werden. Hier braucht man nicht 100% von einer Grundgesamtheit (wie beim Kreis). Der Vergleich von mehreren Werten ist besonders einfach, da die Säulen nebeneinander platziert sind und so das Auge führen.

4. Linien-Diagramme

…sollten nur dann, verwendet werden, wenn es sinnvolle Werte zwischen den einzelnen Punkten der x-Achse gibt. Also zum Beispiel macht es Sinn bei Zeitleisten (zwischen Jan und Feb sind die einzelnen Tage), aber nicht wenn man Kategorien hat wie Männer und Frauen. 

Für welche Art von Diagramm ihr euch auch entscheidet – euer Zielpublikum wird es euch danken, wenn ihr Zahlen in visueller Form aufbereitet und es ihnen so erleichtert, die Zusammenhänge auf einen Blick zu erkennen!

Autorin: Lana Lauren

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