Vom Vortrag zum „Weg-trag“
Ein brillanter Vortrag oder ein aktiver Vortrag – was bleibt stärker im Gedächtnis? Und wie wird aus einem Vortrag ein „Weg-trag“, also etwas, das die Zuhörer:innen tatsächlich mit nach Hause nehmen? Diesen Fragen gingen wir, Regina Czurda und Michael Ziereis, am 2. Trilogie Tag nach.
Die Ziele des Trainings waren:
- Verstehen, warum Aktivierung im Vortrag so viel bewirkt.
- Kurze Aktivierungen kennenlernen und direkt ausprobieren.
- Die passenden Stellen für Aktivierung im eigenen Vortrag finden.
- Aktivierungen einbauen, die wenig Zeit kosten und viel bringen.
In dieser Dokumentation findet ihr eine Auswahl aus dem Training – und ein paar Zahlen, die überzeugen.

Schlau gefühlt ist nicht schlau gelernt
2019 stellte sich ein Forschungsteam an der Harvard University (Deslauriers et al.) genau unsere Frage: Bei welchem Vortrag bleibt mehr hängen – beim brillanten oder beim aktivierenden? Das Ergebnis war überraschend. Die Studierenden fühlten sich nach dem brillanten Vortrag deutlich schlauer als die aktivierte Gruppe. Im Test schnitten sie aber schlechter ab, und zwar im Mittel um rund 0,4 Standardabweichungen.
Was heißt das konkret? Ein durchschnittliches Ergebnis aus der aktiven Gruppe war besser als etwa zwei Drittel der Ergebnisse aus der „Brillant“-Gruppe.
Wir lieben den Frontalvortrag. Aber damit er seine Wirkung entfaltet, müssen wir die Teilnehmenden ins Denken, Grübeln, Diskutieren und Entscheiden bringen.
Aktivierung ist einfach – man muss sie nur einplanen
Genau daran haben wir gearbeitet: Wie kann ich Aktivierung in meinen Vortrag integrieren? Was mache ich schon? Welche Möglichkeiten gibt es noch? Und ganz wichtig: Wie baue ich Aktivierungen ein, ohne dass mir die Zeit davonläuft?
Die Erkenntnis: Vieles nutzen wir schon intuitiv, aber die Wirkung haben viele bisher unterschätzt. Schon kurze Zwischenfragen halbieren das gedankliche Abschweifen der Zuhörer:innen (Szpunar et al., 2013).

Und wie geht das? Ganz einfach:
- Abstimmen mit dem Körper: Aufstehen, wenn es stimmt – sitzen bleiben, wenn nicht.
- Nach links lehnen, nach rechts lehnen: Die schnellste Umfrage der Welt, ganz ohne Technik.
- Fingerskala: Von 1 bis 10 zeigen alle mit den Fingern, wie sehr sie zustimmen.
- Storytelling: Eine kurze Geschichte, bei der die Zuhörer:innen mitdenken müssen, wie es weitergeht.
- Backe Pecha Kucha: Wer dabei war, weiß Bescheid. 😉
Kleine Aktivierungen, keine länger als fünf Minuten, sind der Klebstoff, mit dem Vorträge kleben bleiben. Das sagt auch die Wissenschaft.
Aktivierungen auf dem Prüfstand

Im Training haben wir eine ganze Menge Aktivierungen ausprobiert – immer mit einem Blick hinter die Kulissen: Was braucht es dafür? Wo liegen die Stolpersteine? Für welche Gruppe passt welche Methode?
Die DATE-Regel: Wo gehört die Aktivierung hin?
Im zweiten Schritt suchten wir die passenden Stellen im eigenen Vortrag. Als Check hat sich dabei die DATE-Regel bewährt:
D – Denken: Wo sollen die Teilnehmenden kurz selbst nachdenken?
A – Anwenden: Wo hilft eine kurze Anwendung, um das Gehörte zu festigen?
T – Transfer: Was sollen sie unbedingt in ihren Alltag mitnehmen?
E – Energie: Wann braucht die Gruppe einfach mal frischen Schwung?
Höhepunkt: die Live-Werkstatt






In der Live-Werkstatt testeten die Teilnehmenden ihre ersten eigenen Aktivierungen direkt im Seminar. Was hängen bleibt ist eine Fülle von witzigen und mitreißenden Aktivierungs-Ideen und natürlich der 03.05.2027 Frauen streiken (Grüße an Ilona!).
Unser Fazit: Aktivierung wirkt!
Danke, dass ihr dabei wart – Regina und Michael

Trainer:innen: Regina Czurda und Michael Ziereis

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