#mm: „Nervige Methoden“ – unsere neue Serie!

Eine Anleitung zum Unglücklichsein für Trainer*innen

Teilnehmer*innen an Schulungen, Seminaren und besonders längeren Lehrgängen beklagen nervige Methoden. Wer genervt ist und allergisch auf bestimmte Methoden reagiert, lernt aber schlecht oder im schlimmsten Fall gar nicht! Mit unserer kleinen Serie zum Thema „Nervige Methoden“ möchten wir Trainer*innen bei der Vermeidung von allergischen Reaktionen unterstützen und mögliche Alternativen aufzeigen!

In unregelmäßigen Abständen werden wir uns jeweils ausführlich mit einer bestimmten Methode oder auch einem Seminarsetting beschäftigen. Den Anfang bildet eine allgemeine „Anleitung zum Unglücklichsein für Trainer*innen“ (analog Watzlawicks gleichnamigen Buch), bezogen auf Trainingsmethoden. Diese Anleitung ist unabhängig von konkreten Tools – bei geflissentlicher Beachtung der folgenden Tipps wird jede noch so beliebte und effektive Methode mit Garantie nervig!

Wie man mit gezieltem Methodeneinsatz Teilnehmer*innen bestmöglich nervt

1. Wiederholen, wiederholen, wiederholen!
Setz einfach immer wieder dieselbe Methode ein. Mit ein bisschen gutem Willen schaffst du es, eine Methode auch öfter an einem Tag einzusetzen, vielleicht sogar im Stundentakt. Das geht bei Gruppenarbeiten, Aufstellungen, Blitzlichtern usw usf… Schnell werden die Teilnehmer*innen genervt die Augen verdrehen.

2. Geh immer von deinem eigenen Geschmack aus!
Du bist ein Riesen-Fan von theaterpädagogischen Methoden? Super! Dann arbeite einfach konsequent nur mit solchen Methoden! Immer wieder (siehe Punkt 1). Du bist ja überzeugt davon. Das ist viel wichtiger als eine Anpassung an die Lernkultur der Zielgruppe…

3. You‘re the boss: Setz deine Methoden auch gegen Widerstände durch!
Teilnehmerinnen lehnen Methoden ab, wollen keine Karten schreiben, Punkte kleben, Kleingruppenarbeiten machen oder Bälle werfen. Hey, du bist Trainerin, du hast das Sagen! Den Teilnehmer*innen fehlt ja wohl der methodische Sachverstand. Da gilt es hart zu bleiben und darauf zu achten, dass niemand ausbüchst. Alle müssen mitmachen!

4. Immer am Zahn der Zeit: Versäume keinen methodischen Modetrend!
Zum Glück gibt es immer wieder neue methodische Trends in der Weiterbildungsszene. Einzelmethoden, die von allen eingesetzt werden, für alle Inhalte und nur in leichten Variationen, damit sie auch wiedererkannt werden. Da gibt es superhohes „Nerv-Potential“. Das gilt auch für die Verbindung von Methoden mit Trendvokabeln. Probier es doch einmal mit dem „Agilen Blitzlicht“ oder der „Nachhaltigen Kartenabfrage“.

5. Methoden stehen im Vordergrund! Inhalte sind zweitrangig!
Es geht bei deinem Seminar immer in erster Linie um die eigesetzten Methoden und auf keinen Fall um die Inhalte. Die werden ohnehin schnell vergessen und sind deshalb grundsätzlich überbewertet. Wie soll mach auch Teilnehmer*innen nerven, die Interesse an Lerninhalten entwickeln, sich darauf konzentrieren und mitunter gar nicht mitbekommen, mit welchen Supermethoden du eigentlich arbeitest?

Das soll für den Anfang genug sein. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir das Thema vertiefen und das „Nerv-Potential“ einzelner Methoden vorstellen. In der Zwischenzeit wünschen wir viel Erfolg bei deinen nächsten Seminaren! Denk dran: Die fünf Tipps zur Maximierung des Nerv-Potentials immer unbedingt befolgen!!!

Autor: Ulli Lipp

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