#visdo_10 – Wie schaut das in der Praxis aus?

Ganz konkret für Gewerkschaften

Im #visdo08 haben wir uns mit dem OASE Prinzip beschäftigt und uns erste Gedanken darüber gemacht, wie man strategisch vorgehen kann um passende Bilder für einen Begriff oder ein Thema zu finden. Oft funktioniert das in der Theorie ganz gut, aber man stößt dann doch noch auf Schwierigkeiten, wenn man es in die Praxis umsetzen will. Daher wollen wir uns das bisher Gelernte heute für ein ganz konkretes Beispiel anschauen: die Gewerkschaftsbewegung.

Begriffe, die euch wichtig sind

Vor einigen Wochen hattet ihr die Möglichkeit Begriffe zu sammeln, die ihr mit der Gewerkschaftsbewegung verknüpft und die euch in diesem Zusammenhang wichtig erscheinen. Danke nochmals für eure fleißigen Einsendungen. Wir haben alle gesammelt, sortiert und als Basis für die visuelle Übersicht genutzt, die ihr im Folgenden findet.

Es gibt immer mehrere Möglichkeiten

Bei der Suche nach passenden Bildern, hilft mir immer daran zu denken, dass es nicht nur eine einzige, perfekte Lösung gibt, sondern viele Alternativen. Daher versuche ich beim Ideensammeln mindestens drei Alternativen zu skizzieren. Je mehr desto besser. Selbst, wenn am Ende nur ein Bild entsteht: behaltet im Hinterkopf, dass es noch mehrere Optionen gäbe. Der Fokus auf die eine einzige tollste beste Grafik erzeugt Druck und führt dazu, dass uns garnichts einfallen will und wir am Ende nur ein weißes Blatt vorzuweisen haben.


Universalgenies

Es gibt Bilder, die nicht nur für ein Thema, sondern für mehrere passend sind. Diese sind besonders dankbar, da ihr sie nur einmal lernen und dann immer wieder einsetzen könnt. Ein Klassiker für diese Gruppe von Icons ist etwa die Glühbirne, die für Wissen, Ideen, Impulse, Theorie, Neues und noch vieles mehr stehen kann. Je mehr solcher Icons ihr euch aneignet, umso besser.

In Wirklichkeit können die meisten Bilder mehrere Sachen bedeuten – wir sind es, die durch den Kontext, ergänzende Beschriftung oder kontinuierlichen Einsatz bestimmen, mit welchem Wort unser Zielpublikum das Bild in Zukunft verknüpft. Wenn ich zum Beispiel ein Bild für „Pause“ suche und dazu einen Fuß aufs Flipchart zeichne, werden sich die meisten wohl zuerst wundern. Wenn ich aber dazusage „jetzt können wir uns die Beine vertreten“ und in Zukunft jedes Mal, wenn es Zeit für eine Pause wird, einen Fuß zeichne, werden die Teilnehmer*innen wissen, was damit gemeint ist.


Zusammengesetzte Bilder

In der deutschen Sprache gibt es viele Wörter, die sich aus mehreren Wörtern zusammensetzen. Das können wir uns beim Zeichnen zunutze machen. Urlaubsgeld zum Beispiel besteht aus den Wörtern Urlaub und Geld. Und auch Weihnachtsgeld, Arbeitnehmerinnenschutz und Arbeitszeit lassen sich in ihre Bestandteile zerlegen. Alles was wir dann noch tun müssen, ist Icons für die einzelnen Wortteile zu finden. So kommt man schnell auf Ideen und die Bilder werden schnell erkannt und richtig interpretiert.

Text darf auch sein

Bei manchen Wörtern hilft es mit Beschriftungen zu arbeiten. Eine Person, die mein Kollege oder meine Kollegin ist, schaut nicht zwingend anders aus als eine Person, die Gewerkschafter*in ist oder Mitglied. Durch einen Buchstaben am T-Shirt oder neben der Person, ist aber sofort klar, was gemeint ist. Alternativ kann man den Personen auch einen Gegenstand in die Hand geben, der typisch für diese Personengruppe ist. Ein Arzt/ eine Ärztin bekommt zum Beispiel ein Stethoskop, einE Gärtner*in eine Gießkanne, und einE Büroangestellte*r eine Aktentasche. Auch mit Schildern lässt sich arbeiten, wie in dem Beispiel unten beim Jugendvertrauensrat/ rätin.

Los gehts!

Wie immer gilt: selbst gezeichnet, merkt man sich alles am besten. Schnappt euch also einen Stift und probiert die Icons, die für eure Themen am besten passen aus. Ihr habt über 80 verschiedene Bilder in diesem Artikel, die ihr alle gerne und viel nutzen könnt.
An die Stifte – fertig – los 🙂

Autorin: Lana Lauren

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