#visdo_08 – Symbole zeichnen leicht gemacht: das OASE Prinzip

Die Grundzutaten sind immer die selben

Im #visdo 06 haben wir uns ja bereits der Schrift gewidmet. Das mit dem Schreiben sollte daher schon gut klappen.

Hier also meine erste Aufgabe für diesmal: schreibt das Wort OASE auf ein Stück Papier, das ihr gerade zur Hand habt. Alles in Großbuchstaben mit einem spitzen A bitte. Hat das geklappt? Wenn ja, dann habt ihr damit schon alle Zutaten, die ihr für das Zeichnen braucht. Wie das? Seht selbst…

Die vier Grundformen

Das Wort OASE besteht aus den vier Grundformen: Kreis, Dreieck, Spirale und Quadrat. Das bedeutet, wenn ihr diese Buchstaben hinbekommt, dann könnt ihr grundsätzlich auch die vier Grundformen zeichnen. Mehr noch: wer einen ganzen Kreis hinbekommt, kann auch einen halben zeichnen. Wer ein Dreieck kann, beherrscht schräge Linien und wer ein Quadrat kann, gerade. Zu guter Letzt: wer eine Spirale kann, kann auch Wellenlinien.

Und alles, was ihr zeichnen wollt, lässt sich mit diesen Grundlinien darstellen. Sie sind unsere Puzzlesteine und indem wir sie kombinieren, entstehen Symbole daraus. Probiert es aus:

Das Besondere finden

Wann wird eine Kugel zur Sonne oder zu einem Luftballon? Was unterscheidet eine Katze von einem Hund oder einem Hasen? Was macht das Element, das ihr zeichnen wollt aus und unverwechselbar? Diese Fragen helfen euch dabei herauszufinden, was wichtig ist beim Zeichnen von einem bestimmten Symbol.

Überlegt euch, was den Gegenstand, die Person oder das Tier ausmacht. Was unterscheidet es von anderen Dingen? Was ist wesentlich? Diese besonderen Charakteristika sollten in die Zeichnung übernommen werden. Das hilft eurem Zielpublikum dabei schneller zu erfassen, was ihr darstellen wollt.

Je unkomplizierter desto besser

Als Faustregel gilt: je einfacher die Darstellung, desto besser. Verzichtet daher beim Zeichnen von Symbolen am Flipchart bewusst auf unnötige Details, 3D Darstellungen und exotische Perspektiven. Versucht die Gegenstände, die ihr abbilden wollt am besten immer von vorne, zweidimensional und mit so wenig Linien wie möglich zu zeichnen.

Dinge, die man nicht (be)greifen kann

Alles, was wir anfassen können, lässt sich in der Regel ganz gut zeichnen, da wir ein Foto davon raussuchen und als Referenz nutzen können, wenn wir nicht ohnehin auswendig wissen, was den Gegenstand ausmacht. Schwieriger wird es, wenn wir etwas zeichnen wollen, das nicht gegenständlich ist. Eine Idee, eine Handlung, ein Gefühl. Hier können wir uns helfen indem wir folgende Fragen stellen:

  • Gibt es allgemein gebräuchliche Symbole für das, was ich darstellen will?
    Beispiel: Sonne, Herz, Frieden (Peace Zeichen), Gefahr (Verkehrssymbole sind großartig, da sie leicht verstanden werden und unkompliziert zum Zeichnen sind), Stop / Play / Pause, Ort (Symbole aus der digitalen Welt),…
  • Gibt es eine Metapher für das, was ich zeigen will?
    Hilfssatz: X (Wort, das ich zeichnen will, das aber nicht gegenständlich ist) ist so wie Y (Metapher, die ich zeichnen kann).
    Beispiel: das Projekt ist wie ein Baum, das Seminar ist wie ein Weg, die Entwicklung ist wie die Transformation von einem Schmetterling,…
  • Was tun wir / Was passiert dabei?
    Beispiel: Handlungen wie gehen, kommunizieren oder denken lassen sich mit Menschen, die eben diese Handlungen ausführen am leichtesten darstellen
  • Gibt es ein Beispiel dafür?
    Beispiel: Helfen – zwei Personen oder mehrere lösen gemeinsam ein Puzzle, Solidarität – eine Person hält einer anderen die Leiter,…
  • Gibt es einen passenden Gesichtsausdruck?
    Beispiel: Emotionen wie zum Beispiel Freude, Liebe, Wut oder Trauer lassen sich mit Gesichtern am besten darstellen

Fazit

Versucht beim Zeichnen bewusst mit einfachen Formen zu arbeiten. Nutzt die besonderen Kennzeichen eines Gegenstandes um ihn gut erkennbar zu machen. Verzichtet auf unnötig komplizierte 3D Darstellungen und ausufernde Details. Greift auf bereits etablierte Symbole zurück, die man leicht versteht und arbeitet bei Wörtern, die nicht gegenständlich sind mit Metaphern. Am wichtigsten: zeichnet so viel und so oft ihr könnt. Das bringt den schnellsten und größten Fortschritt.

Daher gilt wie immer: an die Stifte – fertig – los!

Autorin: Lana Lauren

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