Veranstaltungshinweis: Tagung des Instituts für Wissenschaft und Kunst

Macht und Bildung.
Praktiken und Diskurse der Bildungs(un)gerechtigkeit

23.+24.50.2014, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Konzept und Organisation: Doris Graß, Barbara Rothmüller

Bildungsungleichheiten sind eng mit sozialer Macht verbunden und historisch auf unterschiedliche Arten legitimiert und kritisiert worden, etwa durch Bezug auf eine natürliche oder ständische Ordnung, meritokratische Chancengleichheit, Wettbewerb und Effizienz. Gleichheits- und Gerechtigkeitsvorstellungen spielen in Bildungsdebatten deshalb eine wichtige Rolle, werden aber nur selten mit praxis- und diskursanalytischen Forschungen zu Bildungsungleichheiten verbunden. Die Tagung verfolgt das Ziel, einen stärkeren Austausch zwischen Macht-, Ungleichheits- und Gerechtigkeitstheorien in der Bildungsforschung anzuregen: Zum einen sollen Verbindungen zwischen aktuellen, an Pierre Bourdieu und an Michel Foucault orientierten Bildungsforschungen hergestellt, und Ungleichheitsdiagnosen aus diskurs- und praxistheoretischer Perspektive »gebündelt« werden. Zum anderen gilt es, das (auch disziplinär) spannungsreiche Verhältnis zwischen Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu reflektieren, das sich nur unzureichend auf die klassischen Dualismen deskriptiv – normativ und empirisch – theoretisch zurückführen lässt. Bei der Tagung sollen u.a. folgende Fragen diskutiert werden: Was kennzeichnet die Beschäftigung von Bourdieu und Foucault mit Macht und Ungleichheit? In welcher Form lassen sich mit (aber auch gegen) Bourdieu und Foucault Gerechtigkeitsaspekte von Bildung analysieren? Welche Praktiken und Diskurse der Bildungs(un)gerechtigkeit dominieren die gegenwärtigen Debatten um Bildungsungleichheiten?

Tagungsprogramm

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Freitag, 23.5.2014, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
► 15.00 Uhr
Begrüßung

► 15.15–16.15 Uhr
Markus Rieger-Ladich (Tübingen): Implizite Normativität

► 16.30–17.30 Uhr
Ruth Sonderegger (Wien): Herrschaft analysieren, kritisieren oder entüben? Überlegungen zu ein paar gar nicht so feinen Unterschieden

► 18.00–19.00 Uhr
Thomas Alkemeyer, Thomas Pille (Oldenburg): Die Materialität der Anerkennung in der Schule. Eine praxissoziologische Perspektive

► 19.15–20.15 Uhr
Tobias Peter (Freiburg/Br., Halle-Wittenberg): Chancen, Potentiale, Talente. Gleichheit und Gerechtigkeit im zeitgenössischen Bildungsdiskurs

Samstag, 24.5.2014, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
► 10.00–11.00 Uhr
Stefan Vater (Wien): Moderne Bildungsanforderungen und Technologien des Selbst

► 11.15–12.15 Uhr
Krassimir Stojanov (Eichstätt-Ingolstadt): Macht als Catch-all-Begriff. Zur Kritik poststrukturalistischer Ansätze zu Bildung und Gerechtigkeit

► 14.00–15.00 Uhr
Elisabeth Sattler, Susanne Tschida (Wien):
Chancen zulassen? Bildungswissenschaftliche Perspektiven auf universitäre Zulassungsverfahren – im Rekurs auf Lektüren Michel Foucaults und Pierre Bourdieus

► 15.15–16.15 Uhr
Christiane Faller (Hannover, Bielefeld):
Zwischen Initiation und Bevormundung. Eine diskurs- und machtanalytische Rekonstruktion von Subjektivierungsprozessen an den Schnittstellen schulischer Selektion

► 16.30–17.30 Uhr
Erna Nairz-Wirth (Wien): Die Professionalisierung von LehrerInnen mit dem Schwerpunkt auf Prä- und Intervention von Early School Leaving. Eine qualitative Typologie der Habitus-Feld-Konstellationen

Ort: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Koordinatorinnen und Vortragende:

  • Thomas Alkemeyer: Professor für Soziologie und Sportsoziologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
  • Christiane Faller: wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Erziehungswissenschaften an den Universitäten Hannover und Bielefeld.
  • Doris Graß: ÖAW-Stipendiatin und wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Institut für Pädagogik und Psychologie der Johannes Kepler Universität Linz.
  • Erna Nairz-Wirth: Professorin für Allgemeine Pädagogik und Erziehungswissenschaft, Leiterin der Abteilung für Bildungswissenschaft an der WU Wien.
  • Tobias Peter: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Uni Freiburg sowie am Institut für Hochschulforschung der Universität Halle-Wittenberg.
  • Thomas Pille: lehrt und forscht an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in den Bereichen Sport- und Kulturwissenschaft.
  • Markus Rieger-Ladich: Professor für Allgemeine Pädagogik an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
  • Barbara Rothmüller: Doktorandin und wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Institute of Education and Society der Universität Luxemburg.
  • Elisabeth Sattler: Professorin für Kunst- und Kulturpädagogik an der Akademie der bildenden Künste Wien.
  • Ruth Sonderegger: Professorin für Philosophie und ästhetische Theorie an der Akademie der bildenden Künste Wien.
  • Krassimir Stojanov: Professor für Bildungsphilosophie und Systematische Pädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
  • Susanne Tschida: Universitätsassistentin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien.
  • Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter des Verbands Österreichischer Volkshochschulen, lehrt an den Universitäten Wien, Graz und Fribourg.
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