Seminardokumentation: „Klein- aber Oho.“

Potentiale von Kleingruppenarbeit erkennen und nutzen

28.11.2017- 30.11.2017
TrainerInnen: Peter Hofmann und Margret Steixner

Die (Klein-)Gruppenarbeit ist eine häufig eingesetzte Arbeitsform, die weder aus der Erwachsenbildung noch aus der gewerkschaftlichen Arbeit wegzudenken ist. Aus Erfahrung wissen wir, dass diese bei den TeilnehmerInnen immer wieder auf Widerstände stößt bzw. als inoffizielle Pause nur halb ernstgenommen wird. Liegt es nicht häufig daran, dass die Potentiale dieser Arbeitsform nur bedingt ausgeschöpft werden und manchmal das Ziel fehlt oder zumindest den TeilnehmerInnen nicht gut genug vermittelt wird?  Deshalb befassten wir  uns in diesem Seminar eingehend mit der Frage, wie Lernen in der Kleingruppen so geplant werden kann, dass bereichernde Diskussionen entstehen und neue Einsichten für die Praxis gewonnen werden.

Das Programm

Die 2,5 Seminartage strukturierten sich entlang der drei großen Themen: Auftragsklärung, Methoden und Formen von Gruppenarbeiten, Ergebnispräsentation:

TAG 1: Ankommen/ Gruppe erleben und verstehen

Nach einer Vorstellrunde starteten wir gleich in das Thema. Zuerst sollten die TeilnehmerInnen die eigene Wahrnehmung für Gruppen durch das eigene Erleben in der aktuellen Gruppe schärfen. Mit Hilfe von mehreren Übungen, die in unterschiedlichen Gruppenkonstellationen durchgeführt wurden und die  verschiedene Kompetenzen ansprechen, erlebten die TeilnehmerInnen die Unterschiede bewusst und hielten diese Eindrücke und Einsichten in kurzen Reflexionspausen schriftlich fest.

Diese praktische Lernerfahrung wurde durch die Dimension des „Verstehens“ erweitert. Mithilfe von gruppendynamischen Modellen analysierten wird das Zusammenspiel.

TAG 1: Arbeitsaufträge formulieren

Bevor wir in das Thema der Arbeitsaufträge eintauchten, versuchten wir anhand eines Rasters unser Verständnis von Gruppenformen zu erweitern. Wir unterschieden

  • Brainstorming-Gruppen
  • Reflexions-Gruppen
  • aufgabenorientierte Gruppen
  • Beratungsgruppe
  • Arbeitsgruppe

und erarbeiteten gemeinsam verschiedene Bedingungen,  die nötig sind, um diese Formen von Gruppenarbeit erfolgreich umsetzen zu können (z.B. ideale Gruppengröße, Ort, Aufgabenbeschreibung, Ergebnispräsentation).

Im zweiten Teil des Nachmittags beschäftigten wir uns mit der Frage, wie Arbeitsaufträge klar, konkret und anregend formuliert werden können. Dabei orientierten wir uns am SMART Modell. In Kleingruppen wurden Arbeitsaufträge formuliert und von einer anderen Gruppe nach vorgebenen Kriterien beurteilt.  Der  „beste“ Arbeitsauftrag gewann einen Preis. Ein bisschen Konkurrenz darf auch mal dabei sein….. kann- richtig eingesetzt-  Gruppenarbeiten auch bereichern.

Mit dieser Übung, die in einer gegenseitigen Bewertung mündete, und einer Abschlussrunde, beenden wir den ersten Tag.

TAG 2 : Methoden für Kleingruppenarbeit

Den zweiten Tag  des Seminars nutzten wir für eine intensive Auseinandersetzung mit Methoden. Dabei orientierten  wir uns an den, am Vortag erarbeiteten, Formen von Gruppenarbeiten.

Methoden für Gruppenarbeiten mit dem Ziel: Brainstorming

Nach einem Brainstorming zu Methoden (wie könnte es anders sein) erarbeiteten wir in Gruppen je eine Methode im Detail: Lernen durch Ausprobieren und Erklären. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgte in Form von Verschnittgruppen – eine gute Art, wie Ergebnisse von Gruppenarbeiten auf eine angenehme Weise  und ohne langweilige Präsentationsmarathons mit der Gesamtgruppe geteilt werden können.

Und hier noch eine Vorstellung der Methoden:

Methoden für aufgabenorientierte Gruppenarbeiten

Im zweiten Teil des Vormittags ging es um Methoden für Gruppenarbeiten, die einen aufgabenorientierten Charakter haben. Wir demonstrierten dies in Form eines Stationenbetriebs, bei dem die Gruppen Stationen und die Zeit frei wählen konnten.

Die gestellten Aufgaben:

Ein paar Eindrücke zu den Ergebnissen:

Am Nachmittag teilten wir uns in zwei moderierte Gruppen und bearbeiten

Methoden mit dem Ziel der kollegialen (Fall-) Beratung:

Wir verwendeten dazu zwei unterschiedliche Methoden der kollegialen Beratung  und bearbeiteten einen konkreten Praxisfall. (Kollegiale Beratung nach Lipp, Fallklinik nach Scharmer)

Methoden für Kleingruppen mit dem Ziel der Reflexion:

Wir schlossen den intensiven Tag mit Methoden für Gruppenarbeiten, die das Ziel der Reflexion verfolgen. Dabei arbeiteten wir mit dem Bild der „Wunderkugel“, um zu erklären, warum  es so wichtig ist, ruhige Phasen der Reflexion in Lernprozesse zu integrieren.  Ähnlich der Schneekugel braucht es Zeit, damit sich das neue Wissen setzen kann.

TAG 3: Ergebnispräsentation, Labor und Abschluß

Am letzten Tag widmeten wir uns der Frage, wie Ergebnisse von Kleingruppenarbeiten in der Gesamtgruppe präsentiert werden können. Dabei ging es nicht nur um das WIE, sondern auch um das WAS. Es gibt immer wieder Gruppenprozesse, deren Sinn und Zweck das Lernen in der Kleingruppe ist. Die Präsentation der Ergebnisse in der Gesamtgruppe muss daher nicht am Ende jeder Gruppenarbeit stehen. Neben ansprechenden Formen der Ergebnispräsentation (der Kreativität ist kein Ende gesetzt) reicht es oft auch, dass nur eine Gruppe die Ergebnisse präsentiert. Auch das Los kann entscheiden und man erspart sich damit überlange Präsentationsphasen, die oft wenig Mehrwert birngen. Oft ist es auch sinnvoll, Gruppen unterschiedliche Aufgaben zu geben. Die Wahlmöglichkeit wirkt sich häufig positiv auf die Motivation der TeilnehmerInnen aus und die Präsentationen sind, schon alleine durch die Vielfalt der Inhalte, abwechlungsreicher.

In einer Gruppenarbeit bearbeiteten die TeilnehmerInnen  unterschiedliche Aufgaben und präsentierten diese in Form von:

  • einem Video
  • einem Rollenspiel
  • und einer inhaltsbezogenen Präsentation, (die durchaus abwechlungsreich gestaltet wurde)

Hier ein paar Eindrücke:

Nach einem Austausch in einem Praxislabor schlossen wir das Seminar mit einem „silent floor“ ab. Die Reflexion bezog sich auf die Dimensionen des TZI (Ich/Wir/Thema).

Danke an alle, die dabei waren und zu diesem spannenden Lernprozess beigetragen  haben.

Hier noch die wichtigsten Links zum Thema.

Grundlagen:

> https://wb-web.de/wissen/methoden/gruppenarbeit.html
> http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/LERNEN/Gruppenlernen.shtml
> https://wb-web.de/dossiers/lernen-in-gruppen.html

Gruppendynamik:

> http://rettenberger.at/wp-content/uploads/2010/11/HandoutWustingerRangdynamikdirectorscut1.pdf
> http://wirtrainieren.de/werkzeugkoffer/rangdynamik-schindler

Methoden:

> http://www.ideenfindung.de
> http://www.theworldcafe.com/
> https://www.presencing.com/tools/case-clinics
> http://www.coaching-globe.net/detail/article/kollegiales-coaching.html
> http://www.uni-koeln.de/hf/konstrukt/didaktik/frameset_uebersicht.htm

Checklisten:

> https://wb-web.de/material/methoden/gruppenarbeit-souveranes-leiten-in-der-ersten-gruppenphase-1.html
> https://wb-web.de/material/methoden/vier-regeln-fur-die-gruppenarbeit.html

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