Seminardokumentation: Deine Herausforderung – Klausuren moderieren

SAMSUNGAktivierend, beteiligungs- und prozessorientiert

09.05.2016 bis 11.05.2016
TrainerInnen: Christian Aigner und Sabine Sölkner

Klausuren sind ein wirkungsvolles Instrument, um als Team zusammenzufinden, Strategien zu entwickeln, konkrete Problemstellungen zu bearbeiten oder Jahre bzw. ganze Legislaturperioden zu planen. Im Seminar wurden verschiedene Arten von Klausuren diskutiert sowie Planung und Vorbereitung, Möglichkeiten der Leitung sowie die Nachbereitung thematisiert.

1. Seminartag

Rahmenbedingungen – Arbeitsweise und Gruppenkultur

Die Frage, wie wir hier arbeiten – prozessorientiert, am Modell lernend, gemeinsam forschend voranschreitend –  wird am Modell der Nicht-trivalen Maschine als Veranschaulichung für rollende Planung und konsequente Gruppenbegleitung erläutert. Leanring-by-doing und was wir dazu brauchen…

Moderation und Gruppen-Begleitung sind also eine prozessorientierte Verpflichtung im Hier-und-jetzt mit der Gruppe konkrete Entwicklungsschritte und -Fragen zu organisieren, im Sinne des Auftrags bestimmte Ziele anstreben. Moderation ist zuerst also eine Frage des Commitments.

Gemeinsam Planen

Die Gruppe formuliert gegenseitige Wünsche an die Zusammenarbeit und  für ein weiteres Commitment, steht die Agenda für das Seminar im Raum und dient dazu die Planung sichtbar zu machen. Gleichzeitig dient es als Dokumentation des Seminarablaufs sodass während des Seminars die Agenda zur Verfügung steht und überprüft werden kann in welchem Stadium die Umsetzung steht. Außerdem entsteht eine gemeinsame Verantwortung für den Ablauf und die Einhaltung des Programms.

Die Erwartungsklärung ermöglicht es den Teilnehmerinnen den konkreten Bezug zum Seminar herzustellen.

Begriffsarbeit: Was meinen wir mit Klausuren?

Sammlung der Typen, Ziele und Funktionen von Klausuren, sowie Erfahrungen und konkrete Auftrage

Input: Was ist Moderation?

Begriffs- und Ideengeschichte, Kulturgeschichte, Anwendnungsfelder,  Fokussierung auf den Seminarkontext)

Was ist Moderation (docx, 275KB)

Die Rolle der ModeratorIn (docx, 569KB)

Die Gruppendiskussion fokussiert sich insbesondere auf die Rolle der Moderation, in ihrer Haltung der professionellen Neutralität. Hier wird eine Interessensirritation in der eigenen Rolle als fachliche Expert_in und Moderator_in angesprochen, das Verhältnis von persönlichem und sturkturellen ausgeleuchtet und die Stütze von Haltungen und kommunikativen Techniken (wertschätzende Kommunikation, aktive zuhören, gewaltfrei kommunizieren,…) als Ressource festgehalten. Am Ende steht die Erkenntnis, dass die Eingangsphantasie eine Klausurmoderation durch klare Strukturen, Methoden und Abläufe zu planen, zwar einen Leitfaden abgibt – eine gute Voraussetzung –  doch ein wesentlicher Teil der Moderationsarbeit die zu leistete affektive Arbeit an der eigen Rolle als Moderator_in ist.

Der Nachmittag beginnt mit einer Kooperationsübung, die Entscheidung- und Handlungsdynamiken der Gruppe spielerisch erprobt und die dabei gemachten Erfahrungen auswertet. Im Anschluss richten wir den Blick weiterhin auf Anfang und Beginn und wenden uns konkret dem Themen Auftragsklärung zu.

Die Auftragsklärung (docx, 81KB)

Methodisch gibt es einen Input zum Thema mit anschließender Diskussion, sowie Auftragsklärungsrollenspiele in Kleingruppen. Hierzu entstehen Flipcharts zur Ergebnisssicherung. Auf einem Marktplatz werden diese ausgetauscht. (Nachdem die Ergebnisse vertraulich zu behandeln sind, gibt es dazu kein Foto.) Im darauf folgendem Plenum werden die Lernerfahrungen ausgetauscht und festgehalten.

Für die Vorbereitung von Klausuren ist die Auftragsklärung ein wesentliches Element. Dazu haben wir Do´s und Don´ts gesammelt.

Eine Tagesreflexion mit einem methodischen Fokus schließt den ersten Seminartag ab. Als letzten Punkt gibt es eine Blitzlichtrunde, die die Ergebnisse auf der Sachebene mit den persönlichen Befindlichkeiten verbindet.

 

 

2. Seminartag

IMG_0141Morgenrunde

Die Murmelgruppe (2-3 Teilnehmerinnen) am Morgen des 2. Seminartags bietet die Möglichkeit in 3 Minuten offenes vom Vortag und was beschäftigt die Teilnehmerinnen auf schnellem Wege zu sammeln.

 

Nach der Morgenrunde wird geklärt, in wie vielen Gruppe zu welchen Fällen nun für den weiteren Verlauf des Tages konkrete Klausuren geplant werden. Es wird entscheiden in Kleingruppen zu arbeiten (anstatt in Paaren) und auf zwei von den TrainierInnen mitgebrachten Fallkonstruktionen (anstatt die gestern contracteten eigenen Fälle) zurückzugreifen. Die Designarbeit zu diesen beiden Klausuranforderungen tragen im wesentlichen den Tag. Für die Entwicklung eines Designs wird ein Input gemacht und Literatur zur Verfügung gestellt, in Form von Literatur und ipads für die Recherche im Internet.

Erstellung eines Grobdesigns (docx, 417KB)

Fallarbeit Auftragsklärung (PDF, 54KB)

Beispiel Strategieklausur (docx, 14KB)

Nach soviel konstruktiver Arbeit auf der Themenebene, ist es an der Zeit sich explizit der Gruppenkultur zu widmen. Entlang eines Inputs zu Lernzonen wird die Dichte des Gruppenprozesses reflektiert und eine daran anschließende Kooperationsübung mit Aufarbeitung, beendet die Thesenbildung zur Arbeitskultur der Gruppe.

3. Seminartag

CIMG2932Heute gibt es in der Frühe eine Blitzlichtrunde mit drei Fragen

  • Wie geht es mir gerade?
  • Was schwingt von Gestern noch nach? Was ist offen geblieben , hat weitergearbeitet?
  • Was brauche ich noch, um das Seminar (gut) abschließen zu können?

Die von der Gruppe aufgeworfenen Fragen und Anliegen werden im Anschluss abgearbeitet. Im Anschluss wenden wir uns der Gruppendynamik zu.

Das Gruppenphasen-Modell von Tuckman diente uns als idealtypisches Modell für den Ablauf einer Klausur. Dazu haben wir das Handout „der Gruppenprozess“ verteilt. Erarbeitet haben wir auf was von der KlausurmoderatorIn in welcher Phase geachtet werden sollte.

Link: Gruppenmodell Tuckman

Gruppenphasen Tuckman (PDF, 355KB)

Jetzt wird wieder gemeinsam geplant: Die Teilnehmenden überlegen bzw. suchen in der zu Verfügung stehenden Literatur in Paaren nach Übungen, die die Gruppe in ihrer letzten Seminarphase brauchen könnte. Diese Inspirationen werden gesammelt, ausgetauscht und schließlich wird entschieden, welche Übung durchgeführt wird. Die Gruppe entscheidet sich für den Themenkomplex: Gruppe erleben. Wir machen die Übung Decke umdrehen.

Zum Abschluss des Seminars gibt es eine Ritualarbeit mit Schlüssel und Türenkarten. Schlüssel stehen für Werkzeuge und Ressourcen (Ergebnissicherung), Türen markieren die Schwelle des Seminars zur Rückkehr ins Berufsleben.

Eine Runde der „letzten Worte“ schliesst das Seminar ab und gibt Möglichkeiten zum Feedback.

Empfehlungen zu weiterführender Literatur:

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