#mm: „Vergessene“ Methoden

Barfuß-Video

Ziel: Gruppenarbeitsergebnisse und viele andere Infos mit ganz einfach produzierten („barfuß“) Videos sichtbar machen.

Kurzbeschreibung:

„Barfuß“ heißt mit einfachsten Mitteln hergestellt. Der Inhalt ist aber durchaus anspruchsvoll und professionell. Das „Barfuß-Prinzip“ beim Video bedeutet: Was wir präsentieren wollen, nehmen wir als Video auf und zeigen es im Plenum. Mit den Smartphones geht das noch viel einfacher als mit den VHS-Kameras, mit denen die ersten Barfuß-Videos entstanden.

Im letzten Jahrtausend …

Jetzt will ich nicht Märchenonkel spielen, aber es war tatsächlich schon vor Jahrzehnten, Anfang der 90er Jahre, als in Schulungsräumen die ganz dicken VHS-Kameras standen, die wir für Video-Feedbacks bei Präsentationstrainings einsetzten. Das brachte uns auf die Idee, die ohnehin vorhandene und für damalige Verhältnisse leicht zu bedienende Technik auch anderweitig zu nutzen. Titel von ersten Barfuß-Videos waren: „Die Kartenabfrage“ (War damals auch neu), „Was du beim Präsentieren falsch machen kannst“ usw… Der Grundgedanke  war, eine Alternative zu den damals schon oft langweiligen Flipchart-Präsentationen nach Gruppenarbeiten anzubieten. Was wir erlebten: In den Gruppenarbeiten schnellte die Energie hoch, Teilnehmer*innen kamen in den Flow und baten regelmäßig, erst am nächsten Tag präsentieren zu dürfen, weil sie nach Seminarende noch eine bessere Version herstellen wollten.

Kolleginnen und Kollegen nutzten die Barfuß-Videos auch, um Inhalte und Problemstellungen zu vermitteln. Beispiel Baubranche, Schalungsbau: Gute und falsche Verwendung des Equipments kommen per Barfuß-Video in den Schulungsraum. Das war oft verwackelt und manchmal unscharf, barfuß eben, aber für den Schulungszweck für den Schalungsbau reichte es.

Mehr zu den historischen Barfußvideos in einem Interview mit zweien der Erfinder.
Auch aus der alten Zeit ein Überblicks-Mind-Map.

Warum Barfuß-Videos?

  • Das Filmen macht Spaß und bringt Energie in eine Gruppe. Teilnehmer*innen geraten beim herstellen von Barfuß-Videos regelmäßig in einen Flow-Zustand.
  • Die Umsetzung von Inhalten in einfache Filme unterstützt das Lernen, weil die Fragen beantwortet werden müssen: Was ist der Kern? Wie können wir das als Szene darstellen?

Barfuß-Videos und digitale Medien

Der Begriff „Barfuß-Video“ ist vergessen, die Idee aber lebt. Mit den Smartphones haben wir das ganze Equipment in der Hosentasche. Nichts steht der Produktion von  Barfuß-Videos im Weg. Mit einem kleinen Adapter können wir das Handy mühelos an den Beamer anschließen und fast im Kino-Format auf die Leinwand bringen.

Weil es so einfach geht, arbeiten wir an der Renaissance der „Barfuß-Videos“ in Schulungen und Seminaren.

Beispiele und Themen

  • Eine mitgefilmte Umfrage auf der Straße: Was ist für dich Solidarität?
  • Erklärfilme zu Methoden (Pro- und Contra-Diskussion)
  • So fülle ich den Fragebogen xy aus!
  • Spielanleitungen
  • Feedbacks
  • Dankbar sind paradoxe Aufgabenstellungen: „Anleitung zum Unglücklichsein in der ersten Woche als BetriebsrätIn“

Mein heißer Tipp

Bleibt beim Barfuß-Prinzip!!!!!
Schneiden, Musik unterlegen, den Titel nachträglich als Schriftzug einbauen, all das wäre ganz einfach, macht sogar Spaß, aber es ist selten nötig. Teilnehmer*innen lernen beim Vorbereiten, beim Produzieren, beim Anschauen. Dazu brauchen wir keine Ästhetik und schon gar keine Perfektion. KISS: Keep it short and simple! Barfuß eben!

Praktische Tipps:

Kollege Michael Ziereis gibt fünf Tipps zum Filmen mit dem Smart-Phone:

  1. Entwerft eine Geschichte (Mini-Drehbuch)!
  2. Vermeidet Gegenlichtaufnahmen!
  3. Haltet das Smartphone quer!
  4. Achtet auf den Ton!
  5. Keine schnellen Schwenks!

Wer Barfuß-Videos einsetzen will,  findet in seinen zwei #dido-Beiträgen noch viel mehr Tipps und Beispiele:

> Filmen in der Weiterbildung, Teil 1
> Filmen in der Weiterbildung, Teil 2

Autor: Ulli Lipp

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