#mm: Meinungsrunde

icon_#mmZiel
**gemeinsamer Meinungsbildungs- oder Reflexionsprozess
**alle Meinungen zu einem Thema hören in einer Problem- oder Konfliktsituation
**eine Entscheidung herbeiführen, bei der alle Argumente und Meinungen (nochmals) gehört werden

Kurzbeschreibung
Die TeilnehmerInnen sitzen im Sesselkreis und sagen reihum ihre Meinung zu einem bestimmten Thema. Der/diejenige, der/die gerade das Wort und damit die volle Aufmerksamkeit der anderen TeilnehmerInnen hat, hält symbolisch einen Stab, Stein oder Ball in der Hand. Ist der Beitrag beendet wird der Gegenstand an die nächste Person weitergereicht. Bei Themen, die schwierig zu entscheiden sind oder bei denen es sehr unterschiedliche Meinungen gibt, wird die „Diskussion“ durch die Gesprächsrunde entschleunigt und deutlich strukturiert. Statt, wie bei einer normalen Diskussion, ständig auf der Hut zu sein, um den eigenen Beitrag machen zu können, können sich die TeilnehmerInnen im Falle der Meinungsrunde in Ruhe auf den Inhalt konzentrieren. Jede/r kommt dran und wird gehört – nicht nur die Schnellsten/Mutigsten.
Meinungsrunden sind explizit zum Austausch und zur Veränderung der Meinung gedacht. Es geht also weniger darum, eine fixe Meinung kundzutun, sondern eher, sich in der Runde und gemeinsam eine Meinung zu bilden.

Beispiele

  • Meinungsrunde vor Entscheidungen: Soll eine Gruppe aus unterschiedlichen Vorschlägen eine Auswahl treffen, können bei einer Meinungsrunde nochmals „Für und Wider“ abgewogen werden. Die Entscheidung im Anschluss daran (#mm: Punkten) basiert auf mehr Austausch und Bewusstsein für die Gründe der (anderen) Meinungen. Situationen könnten sein: aus einer Sammlung (#mm: sammeln) an Themen/Ideen sollen diejenigen ausgewählt werden, die im Rahmen des Seminars oder, z.B. als BR-Gremium, in den nächsten 4 Jahren weiterbearbeitet werden; aus in Kleingruppen (#mm) ausgearbeiteten Lösungsstrategien soll diejenige ausgewählt werden, die am erfolgversprechendsten ist und alle begründen in der Meinungsrunde noch einmal ihre Wahl.
  • Ja, und…: Meinungsrunden, die unter das Motto „Ja, und…“ im Gegensatz zu „Ja, aber…“ gestellt werden, fördern sprachlich und bewusst, dass Gedanken und Ideen von den VorrednerInnen aufgegriffen und weitergesponnen werden. Gerade, wenn das Ziel ist, sich gegenseitig in den Positionen anzunähern, kann dies eine hilfreiche Unterstützung sein. D.h., jeder Beitrag sollte sich positiv auf einen schon gewesenen beziehen und, wenn notwendig, einen Aspekt hinzufügen. In konfliktiven Situationen kann die „Ja, und…“-Runde auch einfach die zweite Meinungsrunde sein.

Planungsdetails
Dauer: Für Meinungsrunden muss genügend Zeit eingeplant werden, pro Person 2-3min Minimum, bei größeren Themen durchaus bis zu 5min.
Material: Stein, Holz- oder Redestab, Ball oder, im Notfall, ein FlipchartstiftRaumbedingungen: Meinungsrunden eignen sich insbesondere in Sesselkreisen, damit nicht nur alle gehört, sondern auch alle gesehen werden können.

 

Autorin: Nicola Sekler

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