#mm: Marktplatz | Posterpräsentation

icon_#mmZiel
**Vermittlung von unterschiedlichen Inhalten in einem nicht-frontalen Setting
**aktive und selbstbestimmte Wissensvermittlung
**Präsentation von Gruppenergebnissen

Kurzbeschreibung
Zu bestimmten Themen werden in einem großen Raum „Marktstände“ aufgebaut und Informationen „angeboten“. „Marktstände“ können sehr unterschiedlich aussehen: ein klassischer Infotisch mit ausgelegten Materialien, eine Pinnwand mit (kreativ gestalteten) Plakaten/Flipcharts, ein Film, ein kleines Theaterstück, usw. Wie auf einem Markt bewegen sich die TeilnehmerInnen von einem Angebot zum nächsten. Über die Methode des Marktplatzes kann Wissen locker und ungezwungen vermittelt werden; die TeilnehmerInnen können selbst die Geschwindigkeit bestimmen und eigene Schwerpunkte setzen; sie bekommen es in „Häppchen“ und in unterschiedlicher Weise präsentiert, müssen es sich aber gleichzeitig auch erarbeiten. Letzteres geschieht nicht nur im Austausch mit den StandbetreuerInnen, sondern in lockerer Atmosphäre auch in Gesprächen mit den anderen MarktbesucherInnen/TeilnehmerInnen.
Wichtig für die konkrete Umsetzung der Methode ist das Ziel: Soll es eine durchgehende inhaltliche Vermittlung an die TeilnehmerInnen geben? D.h., alle TeilnehmerInnen sollen an jedem Stand gewesen sein. Oder, sollen die TeilnehmerInnen locker umhergehen und selbst entscheiden, welche „Marktstände“ sie ansteuern? Damit das jeweilige Ziel erreicht werden kann, können zusätzliche Regeln für den Marktbesuch eingeführt werden. Fixe Wechselphasen unterstützen das Ziel, dass alle „Stände“ beuscht werden; Führungen ähnlich einer Vernissage (#mm: Ausstellung) können als Abrundung nochmals die wichtigsten Punkte betonen.

Einsatz
Einstieg mit Infoständen, um zu Beginn eines Seminars Themen anzureißen und dann zu entscheiden, an was weitergearbeitet werden soll, oder Informationen zu Themen anbieten als Grundlage für eine anschließende Vertiefung in der Diskussion.
Beispiel Betriebsversammlung: Infostände sind eine innovative Möglichkeit, den Bericht des Betriebsrates umzusetzen. Jeder Stand widmet sich einem zu berichtenden Thema, StandbetreuerInnen sind die im Betriebsrat für die Themen zuständigen Mitglieder. Die Belegschaft hat zum Einstieg in die Betriebsversammlung die Möglichkeit, durchzugehen und sich zu informieren. Wichtig ist allerdings, dass die Themen noch Raum im Plenum erhalten. Z. B. könnten offene Fragen gesammelt und diskutiert werden; dies kann auch schon beim Durchgehen angeregt werden, indem post-its zum Fragen Notieren und Anpinnen aufgelegt werden oder aber Klebepunkte, mit denen gekennzeichnet werden aknn, was gerne vertieft diskutiert werden würde (#mm Punkten, #mm Ausstellung).

Präsentation von Arbeitsergebnissen aus der Kleingruppenarbeit (Posterpräsentation): Die Kleingruppe erhält die Aufgabe, ihre Ergebnisse auf einem Flipchart möglichst kurz, klar und selbsterklärend festzuhalten. Die Flipcharts werden auf Pinnwänden angebracht und präsentiert. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: 1. Die TeilnehmerInnen gehen zunächst frei umher, jeweils ein Gruppenmitglied betreut abwechselnd den eigenen Marktstand und steht für Nachfragen zur Verfügung. Anschließend findet ein gemeinsamer Abschluss statt. Dies kann in Form eines kurzen Blitzlichtes sein – Was ist Euch aufgefallen? Gemeinsamkeiten/Unterschiede? Interessantes/Irritierendes? – oder aber, je nach Zielsetzung, durch eine ausführliche Abschlussdiskussion bzw. einer Möglichkeit, Fragen zu stellen. 2. Es findet von Anfang an ein gemeinsamer Durchgang durch die einzelnen „Stände“ statt wie bei einer Vernissage (#mm Ausstellung). Die einzelnen Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse kurz und es besteht die Möglichkeit, nachzufragen.
Bildbeispiele: Ergebnisspräsentation zu Aktivitäten, die BetriebrätInnen im Rahmen eines Seminars zur Mobilisierung zu den EU-Wahlen 2014 erarbeitet haben; Präsentation der in BR-Tandems erarbeiteten Visionen zur Betriebsratsarbeit als Auftakt zum Seminar „Bestriebsversammlungen aktiv gestalten“ (GPA-djp).EUWahl_gesamt

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Planungsdetails
Dauer: Die dafür notwendige Zeit variiert sehr stark je nach Ziel und konkreter Umsetzung. Nicht zu unterschätzen ist allerdings die Zeit, die die TeilnehmerInnen benötigen, um sich selbst in Themen einzudenken und alles, was an einem Stand dargeboten wird, aufzunehmen. Wichtige Fragen für die Zeiteinschätzung: Sollen die TeilnehmerInnen an jedem Stand gewesen sein? Wieviel Zeit benötigen sie pro Stand? Wieviel Raum soll die Diskussion/der Austausch während des Durchgehens haben? Wie wird alles im Plenum zusammengeführt und wie viel Zeit muss dafür veranschlagt werden?
Vorbereitung: Die Infostände müssen sehr gut vorbereitet sein; ein Großteil der Information sollte selbsterklärend sein.
Raumbedingungen: Es wird viel Platz benötigt, entweder im Seminarraum, in einem Vor-/Nebenraum oder im Foyer.
Material: genügend Pinnwände bei Posterpräsentation

Varianten
Bei der Posterpräsentation von Kleingruppen, die parallel am gleichen Thema gearbeitet haben, schlägt Bernd Weidenmann einen Durchgang mit zwei Brillen vor. Dazu werden zwei Gruppen gebildet, deren Mitglieder jeweils eine Brille tragen: eine Gruppe konzentriert sich auf Gemeinsamkeiten, die andere auf Unterschiede. Nach dem einzelnen Durchgehen treffen sich die zwei Gruppen, sammeln die Ergebnisse zum Beobachtungsauftrag (Brille 1: Was war gleich? Brille 2: Was war unterschiedlich?) und präsentieren sie anschließend im Plenum der anderen Gruppe. Wichtig ist, dass die Mitglieder der Kleingruppen, die die Poster erarbeitet haben, in beiden Beobachtungsgruppen vertreten sind.

Autorin: Nicola Sekler

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