#dido_08 – Microlearning – einfach, schnell und häufiger

Die Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen liegt bei … oh ein Vogel.

Tatsächlich, ForscherInnen haben herausgefunden, dass wir schon nach acht Sekunden im Kopf weiterschalten! Damit liegt der Mensch knapp hinter dem Goldfisch. Der hält neun Sekunden durch.

Die ForscherInnen der Microsoft Studie wollten herausfinden, ob sich unsere Aufmerksamkeitsspanne mit dem digitalen Leben verändert hat. Und tatsächlich lag sie im Jahr 2000 noch bei 12 Sekunden. Hier gibt’s mehr Infos zur Studie.

Die Studie konzentrierte sich übrigens auf unsere Aufmerksamkeitsspanne für Werbung. Doch auch unser Lernverhalten verändert sich. Wir lernen immer weniger auf Vorrat. Stetig wechselnde Anforderungen im Berufsleben verlangen nach informellem Lernen, um die Probleme des Alltags zu bewältigen. Der Firmenberater und HR-Analyst Josh Bersin beschreibt unser neues Lernbedürfnis so: „Die Art, wie Menschen heute lernen wollen, lässt sich mit einem Wort beschreiben: schnell“. 

Was ist Microlearning?

Microlearning greift dieses Bedürfnis nach schnellen und kurzen Lerneinheiten auf:

  • Jede Lerneinheit beschäftigt sich mit einem konkreten und kurzen Input.
  • Die „Lernhappen“ dauern selten länger als 5 Minuten.
  • Die Inputs sind mobil verfügbar und können ortsunabhängig absolviert werden.
  • Das Gelernte kann sofort überprüft werden.
  • Oft bauen „Lernhappen“ aufeinander auf und führen zu einem größeren Lernziel.

 3 Ideen für „Microlearning “ in der Weiterbildung

1. Zahnpasta lernen

Im Training schreiben sich alle eine Lerneinheit auf einen A5 Karton. Vorne die Frage, hinten die Antwort. Zuhause kommt die Karte an den Badezimmerspiegel. Beim jedem Zähneputzen wird das Wissen getestet und anschließend ein Streifen abgerissen. Sind alle Streifen ab, kann die Karte in den Müll und das Wissen bleibt im Kopf.

 

 

2. E-Mail für dich
Sendet eine Woche nach dem Training kurze Videos, Fotos oder Infografiken an eure TeilnehmerInnen. Klärt vorab, wie viele Einheiten ihr versendet. Die Bearbeitungszeit der Mail sollte die 5-Minuten-Marke nicht überschreiten. Ist ein Video zu lang, könnt ihr es mit Tools wie EDpuzzle kürzen. (Link zu EDpuzzle im #dido_07).

 

 

3. Quiz it
Im Training erstellen die TeilnehmerInnen in Gruppen digitale Quizze z. B. mit der App Quizizz (Mehr zu Quiz-Apps im #dido_01). Ein paar Tage nach dem Training versendet ihr die Quizze an die TeilnehmerInnen.

 

 

 

Probiert Microlearning selbst aus!

Das macht nicht nur Spaß, sondern erweitert ganz nebenbei euren Wissensschatz.

Sprachen lernen
Die Sprachen-Apps Memrise oder Babble sind Musterbeispiele für Microlearning. Sie werben damit, schon mit 5 Minuten pro Tag eine neue Sprache zu lernen. Probiert’s aus!

Eine ganz andere Idee verfolgt Mainichi. Habt ihr Mainichi im Browser installiert öffnet sich mit jedem neuem Tab im Browser ein japanisches Wort plus Bild.

Kunst, Kultur, Lebensweisheiten
5 Minuten Lerneinheiten quer durch die schönen Seiten des Lebens gibt es, z.B. von Highbrow. Leider ist Highbrow bisher nur auf English verfügbar.

Wer suchet, der googelt
Mit „Agoogleaday“ verbessert ihr eure Suchfähigkeiten im Netz. Auf der Webseite bekommt ihr pro Tag eine Frage, die ihr mit Hilfe von Suchanfragen beantwortet.

Microlearning Apps
Natürlich gibt es inzwischen eine ganze Menge von AnbieterInnen, die Microlearning mit Apps und Software anbieten. Hier eine kleine Auswahl:

Wir wünschen euch viel Spaß beim Ausprobieren! … und freuen uns über eure Fragen und Kommentare.

Wer noch nicht genug hat, hier der Link zum vorherigen #dido:

#dido_07 – Pimp my Video!

Autor: Michael Ziereis

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Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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