Checkliste zur Seminarplanung in 6 Schritten

Unsere REFAK Trainerin Margret Steixner hat für das Seminar Tipps und Tricks für ExpertInnen sowie die Toolbox A & B eine umfassende Checkliste zur Seminarplanung entwickelt. Dankenswerterweise dürfen wir euch diese auch online zur Weiterverwendung zur Verfügung stellen.

Die Checkliste zum Downloaden (101KB)

Die Checkliste Schritt für Schritt:

Schritt 1: Auftragsklärung:

Klären des Kontextes der Bildungsveranstaltung

  • Was ist der inhaltliche Schwerpunkt der Bildungsveranstaltung?
  • Warum findet diese statt? Ist die Bildungsmaßnahme Teil eines umfangreichen Qualifizierungsprozesses?
  • Wenn ja: Was sind die übergeordneten Ziele? Welche Maßnahmen sind vorangegangen, welche folgen?
  • Was sind die Inhalte/Ziele der einzelnen (anderen) Seminare?
  • Ist dieses oder ein ähnliches Seminar schon einmal gelaufen?
  • Wenn ja: Wie waren Ziele, Ablauf, Inhalte und Resultate?
  • Klärung des Kontextes: Wer beauftragt das Seminar? Welche typischen „Gepflogenheiten“ und Umgangsformen gibt es?

Klären von Fragen zu den TeilnehmerInnen

  • Wie viele TeilnehmerInnen sind zu erwarten/angemeldet?
  • Was bringen sie mit? Mit welchen Erwartungen kommen die TeilnehmerInnen?
  • Welche Vorkenntnisse und Vorerfahrungen haben die TeilnehmerInnen?
  • Was sind ihre aktuellen Aufgaben und Arbeitsfelder?
  • Was wissen die TeilnehmerInnen bereits über das Ziel des Seminars und die TrainerInnen?
  • Welche Vorerfahrung haben die TeilnehmerInnen mit dem geplanten methodischen Arbeiten?
  • Was erwarten sich die TeilnehmerInnen vom Besuch des Seminars?
  • Nehmen die TeilnehmerInnen freiwillig teil, oder werden sie geschickt?
  • Wie schaut die konkrete Zusammensetzung der Gruppe aus? Wie gut kennen sich die TeilnehmerInnen?
  • Welche informellen Rollen und Hierarchien gibt es in den Gruppen? (z.B. Vorgesetzte/r und MitarbeiterInnen unter den TeilnehmerInnen)
  • Welche latenten und offenen Konflikte sind zu erwarten/könnten auftreten?

Schritt 2: Grobplanung

Seminar-Organisation

  • Wo genau wird das Seminar stattfinden?
  • Sind die Räume inkl. Zusatzräume und Ausstattung für die methodische Umsetzung geeignet?
  • Wer übernimmt die Seminarorganisation?
  • Welche Infrastruktur kann genutzt werden? (Kopierer, Kantine, Bibliothek)
  • Wer verfasst der Ausschreibungstexte?
  • Bewerben der Bildungsveranstaltung
  • Welche Zeitvorgaben (Anmeldefristen) sind zu beachten?
  • Klärung der vertraglichen Rahmenbedingungen für Trainerin

Zuständigkeiten

  • Wer ist die AnsprechpartnerIn für inhaltliche Fragen?
  • Wer ist die AnsprechpartnerIn für organisatorische Fragen?
  • Klärung: wer übernimmt Administration der Anmeldungen
  • Wer nimmt, wann mit den TeilnehmerInnen Kontakt auf?
  • Trainiere ich alleine oder im Team?
  • Rollenklärung und Erwartungen im Team klären
  • Wer kann bei der Vorbereitung der Materialien (Kopien) unterstützen?

Grobplanung

  • Was sind die genauen Lernziele? Wie lassen sich diese konkretisieren? Was bedeuten diese für die Umsetzung des Seminars? Sind die Lernziele erreichbar?
  • Was sind die wichtigsten Lerninhalte? Decken sich diese mit meinem Fachwissen? Fühle ich mich sattelfest oder brauche ich Vertiefung/Unterstützung?
  • Tragen die Lerninhalte zum Erreichen der Lernziele bei? Stimmen diese überein?
  • Ist es realistisch die geplanten Inhalte zu vermitteln im vorgegebenen Zeitrahmen zu vermitteln? Wo kann/darf ich reduzieren? Was ist besonders wichtig?
  • Was sind die wichtigsten Themen? Gibt es bestehende Unterlagen?
  • Wie kann ich diesen Themenüberblick in einen groben Zeitplan (1 Überthema pro Seminareinheit) übersetzen?
  • Wie ist der logische Ablauf: Was kommt zuerst? Was später?
  • Wo braucht es Raum für Wiederholung und Praxistransfer?

Schritt 3: Feinplanung

Planung der einzelnen Seminarsequenzen

  • Wie leite ich das Thema ein? Kann ich die zentrale Botschaft in einer Geschichte vermitteln?
  • Was sind die zentralen Inhalte? Wie mache ich diese sichtbar (z.B. Flipcharts)?
  • Welches Vorwissen ist vorhanden? Kann ich TeilnehmerInnen zum Teilen ihres Vorwissens einladen?
  • Wie kann ich am besten an das Vorwissen der TeilnehmerInnen anknüpfen und dieses erweitern?
  • Welche Methode/Werkzeuge fallen mir ein? (Brainstorming oder Blick in die Methodensammlung am REFAK Blog)
  • Welche Methoden unterstützt die Vermittlung der Lerninhalte am besten?
  • Wo platziere ich diese Methode im Seminarablauf?
  • Welche Gruppenkonstellation ist für die jeweilige Einheit sinnvoll?
  • Gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit (Tandems, 3-Gruppe, halbe Gruppe)?
  • Soll die Gruppeneinteilung frei gewählt oder von mir vorgegeben werden?
  • Wie abwechslungsreich sind die verwendeten Methoden in Hinblick auf das gesamte Seminar?
  • Spreche ich unterschiedliche Lerntypen an?
  • Gehe ich auf unterschiedliche Wissensniveaus ein?
  • Wo plane ich Aktivierungen? Unterstütze ich bewegtes Lernen?
  • Gibt es genügend Gelegenheit das Gelernte auszuprobieren?
  • Werden die Inhalte wiederholt? (z.B. Rückblick, Einstieg, …)
  • Unterstützen die geplanten Methoden das Erreichen der Lernziele?
  • die Feinplanung schriftlich festhalten. (eine Seminarplanungstabellenvorlage gibt es HIER)

Schritt 4: Konkrete Vorbereitung

  • Präsentationsmaterial vorbereiten (Flipcharts, Powerpoint)
  • Arbeitsaufträge für Gruppenarbeiten etc. vorbereiten
  • Arbeitsmaterialien erstellen (z.B. Fallbeispiele, Praxisbeispiele)
  • Raumstellungen überlegen und mit Organisationteam absprechen
  • Gruppeneinteilungen für jede Einheit überlegen
  • Kontakt zu TeilnehmerInnen (was mitbringen?)
  • Unterlagen ausdrucken
  • Ev. Pausenversorgung

Schritt 5: Durchführung

Vor dem Eintreffen der TeilnehmerInnen

  • Sind alle Arbeitsunterlagen bereitgestellt?
  • Sind die Tische und Stühle entsprechend der Planung arrangiert?
  • Sind genügend Pin-Wände und Flip-Charts vorhanden?
  • Funktionieren die Marker?
  • Ist der Raum gelüftet?
  • Funktioniert die Technik?
  • TeilnehmerInnenliste noch mal durchgehen und Namen einprägen
  • Tagesablauf überfliegen
  • TeilnehmerInnen willkommen heißen

Während des Seminars

  • Wie geht es den TeilnehmerInnen? Nehmen alle aktiv teil? Was kann ich tun, um alle ins Boot zu holen?
  • Was ist der rote Faden? Wann will ich Diskussionen fördern und zulassen, wann ist es besser diese zu kanalisieren?
  • Stimmt mein geplanter Ablauf mit den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen überein?

In den Pausen

  • Lüften
  • Ev. Wie geht es uns als TrainerInnen-Team?
  • Gibt es Bedarf für Einzelgespräche mit TeilnehmerInnen (z.B. inhaltlichen Fragen, Gruppendynamik?
  • Vorbereiten der Materialien für nächste Einheit
  • Adaptieren des Raumes
  • Sichtbarmachen von Ergebnissen der Lerneinheiten (Flipcharts aufhängen)
  • Für eigenes Wohl sorgen

Ende des Seminartages

  • Reflexion: Was ist gut gelaufen? Was nicht so gut? Warum?
  • Braucht es Änderungen? Wie können diese konkret aussehen?
  • Konnten die Lernziele erreicht werden? Ist was zu kurz gekommen?
  • Wo können noch Lücken gefüllt werden?

Schritt 6: Nachbereitung

  • Interne Nachbesprechung oder Reflexion im Team
  • Aktualisieren und Anpassen der Seminarplanung für weitere Durchführung
  • Erstellen und versenden des Flipchart-Protokolls
  • Versprochene Zusatzmaterialien zur Verfügung stellen (z.B. Lernplattform)
  • Versenden der Evaluierungsbögen
  • Nachbesprechung mit BildungexpertInnen und/oder Auftraggeberinnen

Autorin: Margret Steixner

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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